Aktion Maria 2.0

Katholische Frauen demonstrieren in Zweckel und Essen

Nach dem Demonstrationszug durch die Essener Innenstadt gab es in der City eine Kundgebung der Aktion „Maria 2.0“.

Nach dem Demonstrationszug durch die Essener Innenstadt gab es in der City eine Kundgebung der Aktion „Maria 2.0“.

Foto: Aktion Maria 2.0

Gladbeck.  Das Bündnis „Maria 2.0“ macht auf die Forderungen der Frauen in der Kirche aufmerksam. Aktion vor der Herz-Jesu-Kirche und in der Essener City.

Mit Plakaten, weißen Schals, Schirmen und Tüchern versammelten sich etwa 20 Frauen und Männer vor der Herz-Jesu-Kirche in Zweckel, um die Bewegung „Maria 2.0“ in Erinnerung zu rufen und danach am Gottesdienst teilzunehmen. In Essen nahmen Gladbecker Aktivistinnen bei einer bistumsweiten Kundgebung teil, in deren Verlauf es einen Demonstrationszug vom Hauptbahnhof zum Dom gab.

Die Gladbecker Mit-Organisatorin Claudia Landmesser erläuterte vor der Zweckeler Kirche den Ursprung und die Ziele der Initiative, ein Aufbegehren gegen die starren Hierarchien in der katholischen Kirche, ursprünglich Anfang des Jahres in Münster gestartet. Nach dem Gottesdienst waren alle Teilnehmerinnen zu einem reichhaltigen Frühstück ins Kaplan-Poether-Haus eingeladen. Bereits im Mai war es vor der Lamberti-Kirche zu einer Protestaktion der katholischen Frauen gekommen.

Die Gladbecker Initiatorinnen ziehen eine zufriedene Bilanz

Bei der Demo in Essen wiesen die Aktivistinnen auf die Forderungen der „Maria 2.0-Frauen“ in der Kirche hin: Dass es bei den Frauenrechten in der katholischen Kirche, beim Thema Missbrauch und beim Zölibat eine „radikale Wende“ geben müsse. Konkret geht es darum: Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche, Aufhebung des Pflichtzölibats, Ausrichtung der kirchlichen Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen, kein Amt mehr für diejenigen, die andere geschändet haben an Leib und Seele oder diese Taten geduldet oder vertuscht haben, und: selbstverständliche Überstellung der Täter an weltliche Gerichte und uneingeschränkte Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden.

Nach der Kundgebung habe es offene und gute Gespräche gegeben mit Generalvikar Pfeffer und Weihbischof Schepers und dem ehemaligen kfd-Präses des Bistums, Rainer Hesse, die zur Aktion gekommen waren. „Demo und Kundgebung in Essen waren eine gelungene Sache, die Hoffnung macht“, bilanzierten die Gladbecker Frauen der Initiative „Maria 2.0“ nach ihrer Rückkehr. Weitere Aktionen seien in Planung.

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