Druckwelle

Nach Verpuffung im Heizungskeller: Ratschläge vom Experten

Ein Installateur überprüft die Funktion einer Heizungsanlage.

Ein Installateur überprüft die Funktion einer Heizungsanlage.

Foto: NN / imago

Gladbeck.  Ein Heizungsbauer erklärt, wie sich die explosionsartige Gefahr vermeiden lässt. Die regelmäßige Wartung der Anlage entlastet auch die Umwelt.

Die laute Verpuffung in einem Heizungskeller in Gladbeck-Mitte, die die Bewohner am Dienstag aus dem Schlaf schreckte und zu einem Feuerwehreinsatz führte, ist glimpflich ausgegangen. Der Vorfall belege aber, „wie wichtig es ist, die Heizungsanlage regelmäßig kontrollieren, warten und reinigen zu lassen“, sagt Frank Steinbock. Der stellvertretende Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bottrop-Gladbeck warnt beim Gespräch mit der WAZ davor, dass bei fehlender Inspektion auch Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen sind.

Als Beispiel nennt der Fachmann etwas ältere Heizungsanlagen, „die die Verbrennungsluft aus dem Raum beziehen, in dem der Brenner installiert ist“. Diese könnten in Kellerräumen, aber auch in Mietwohnungen, etwa im kleinen Badezimmer an der Wand hängen. Zur Sicherung der Luftzufuhr würden dann entspechend Einlassschlitze in der Raumtür verbaut. „Wobei wir immer wieder erleben, dass diese zugeklebt werden, weil es den Bewohnern zu stark zieht.“ Dadurch begebe man sich aber in Lebensgefahr. „Denn wenn beim heißen Wannenbad im Winter bei geschlossenem Fenster und geschlossener wie zugeklebter Tür der Gasbrenner anhaltend läuft, wird die vorhandene Raumluft verbrannt“, erklärt Steinbock. Und der Kohlendioxidgehalt würde als Folge stetig ansteigen, so dass die Bewusstlosigkeit und der Tod durch Ersticken eintreten könnten.

Eine Gefahr, die bei modernen Anlagen nicht mehr so gegeben ist

Eine Gefahr, die bei modernen Anlagen nicht mehr so gegeben sei, „da sie ihre Verbrennungsluft raumunabhängig über den Kamin beziehen“. Ob die Öl- oder Gas-Heizungsanlage ordentlich laufe, werde bei der Inspektion durch einen Fachbetrieb der Innung freilich auch überprüft, „die Abgaswege kontrolliert und die Abgaswerte gemessen“. Eine Inspektion und Wartung empfiehlt Steinbock jährlich durchzuführen. „Dabei wird auch der Brenner kontrolliert, der Brennraum geöffnet und der Wärmetauscher von abgelagertem Ruß gereinigt.“

Dies sei wichtig, um den Wirkungsgrad und die Energieeffizienz der Heizungsanlage zu erhalten, „da sich jeder Millimeter Ruß wie eine Isolationsschicht auswirkt und das Wasser für Heizkörper, Küche oder Bad entsprechend schlechter erhitzt werden kann“. Dadurch steige auch der Verbrauch, was sich in höheren Gas- oder Ölkosten auf der Jahresrechnung niederschlage und die Umwelt unnötig mit Abgasen belaste. Die jährliche Inspektion rechne sich in diesem Sinne auch, die bei regelmäßiger Wartung und keinem besonderen Aufwand etwa bei 150 bis 200 Euro liege, so Steinbock.

Eine Verpuffung ereigne sich, wenn die Verbrennung nicht richtig läuft

Eine Verpuffung ereigne sich, wenn die Verbrennung nicht richtig läuft. „Etwa, wenn der Brenner nicht zündet, weil er verschmutzt oder nicht richtig eingestellt ist“, so der Experte. Das Gas- oder Öl-Luftgemischt ströme weiter in die Brennkammer ein, „dass sich dann dort anreichert und eben explosionsartig verpufft, wenn dann doch eine Funke alles durchzündet“. Dies betreffe in der Regel ältere Anlagen, da moderne Überwachungselektronik Fehlfunktionen rechtzeitig erkennt, „dann auf Störung geht und den Brenner abschaltet“. Durch die Druckwelle einer Verpuffung können auch erhebliche Schäden an der Heizanlage auftreten, warnt Steinbock, „die man sich durch eingehaltene Inspektionsintervalle ersparen kann“.

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