Prozess

Verkehrskontrolle brachte Polizei reichen Drogenfund

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Ohne Führerschein und mit Drogen am Steuer. Jetzt muss sich die 31-jährige Gladbeckerin vor dem Landgericht Essen verantworten.

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Wer mit Drogen handelt, sollte sein Geschäft ein wenig verschleiern. Das hätte zumindest einer 31-jährigen Gladbeckerin eine neue Gerichtsverhandlung erspart. Doch ohne Führerschein und vollgedröhnt mit Rauschgift war sie am 6. September 2017 in eine Verkehrskontrolle der Polizei geraten. Seit Freitag muss sie sich wegen Drogenhandel vor der XII. Essener Strafkammer verantworten.

Ein leichtes Spiel für die Ordnungshüter. Sie hatten sich in Butendorf nahe der B 224 aufgebaut. Es sei um Handys am Steuer oder Gurtverstöße gegangen, sagt die 45 Jahre alte Polizistin. Dann sei plötzlich ein Mercedes aufgetaucht: „Der Wagen war uns bekannt. Es hieß, die Dame am Steuer soll ohne Führerschein fahren.“ So setzten sich die Beamten in Bewegung, fuhren dem Wagen hinterher.

Beifahrerin klettert auf Fahrersitz

Plötzlich stoppte der Mercedes: „Die Fahrertür ging auf, eine Frau stieg aus, lief um den Wagen herum und hockte sich an die Beifahrertür.“ Das war nicht die einzige Beobachtung: „Die Beifahrerin kletterte in dieser Zeit auf den Fahrersitz.“

Weil die 31-Jährige der Polizei als langjährige Drogenkonsumentin bekannt ist, ergaben sich naheliegende Fragen. Sie bejahte den Verdacht auf Drogenbesitz und überreichte zwei Überraschungseier, gefüllt mit Drogen. Und sie erzählte von fünf Cannabispflanzen in ihrer Wohnung.

Bereitwillig hatte die Angeklagte damals die Tür zur Wohnung geöffnet. Tatsächlich standen dort die Pflanzen auf einem Tisch. Aber sonst nichts. Die Polizistin: „Irgendetwas störte, in der gesamten Wohnung gab es keine Sachen, die einer Frau gehörten. Das sagten wir ihr auch.“

Überall Drogen und Geldscheine

Freundlicherweise schloss sie nach einem dezenten Hinweis der Polizisten die Wohnungstür nebenan auf. Es lohnte sich: „Eine verwahrloste Wohnung, überall Drogen und Geldscheine. Auch eine Feinwaage und kleine Plastiktütchen.“ Laut Anklage fanden die Beamten 1,1 Kilo Amphetamine, 41 Ecstasy-Tabletten und 31,5 Gramm Marihuana.

Mit kleinen Abweichungen legt die 31-Jährige, die optisch eigentlich seriös und gar nicht wie ein Junkie wirkt, zu Prozessbeginn am Freitag ein Geständnis ab. Es geht um viel für sie. Da sind ihre Vorstrafen. Eine ist noch ganz frisch, denn vor wenigen Tagen ist sie vom Amtsgericht Geldern wegen Drogeneinfuhr zu einem Jahr und zehn Monaten Haft, allerdings mit Bewährung, verurteilt worden. Der psychiatrische Gutachter empfiehlt ihre Einweisung in eine geschlossene Entziehungsanstalt. Anders sei ihr nicht zu helfen. Aber das möchte sie nicht.

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