Mobilität

Der Check: Wie ich in Hagen auch anders zur Arbeit komme

Der Check: Redakteur Mike Fiebig testet, wie man mit alternativen Fortbewegungsarten in die Stadtredaktion kommen kann. Hier mit dem E-Scooter.

Der Check: Redakteur Mike Fiebig testet, wie man mit alternativen Fortbewegungsarten in die Stadtredaktion kommen kann. Hier mit dem E-Scooter.

Foto: Martina Döbler

Hagen.  Alle reden über alternative Fortbewegungsmittel. Redakteur Mike Fiebig macht den Test. Seine Sieger machen noch dazu Spaß.

Ne, ne, wenn ich diese Erde mal verlasse, wird wohl niemand über mich sagen, dass ich ein Weltretter war. Ich lebe dafür an vielen Stellen viel zu unnachhaltig, viel zu sündig, viel zu umweltunfreundlich. Die Nische aber, in der ich wirklich ein Stück mithelfen kann, diesen Planeten gesünder zu machen, ist die Mobilität. Ich habe Spaß an Bewegung, Spaß an alternativer Bewegung. Und deshalb – und auch weil man nie aufhören soll, davon zu träumen, dass man die Welt vielleicht doch retten kann – habe ich diesen Test gemacht. Fünf Arbeitstage, fünf unterschiedliche Arten von zu Hause in Boele in die Redaktion in der Innenstadt zu kommen. Es hat allein schon großen Spaß gemacht, mal intensiv darüber nachzudenken, wie ich mich fortbewege. Ein Sinneswandel auf Hagens Straßen.

Auf den Füßen

Hagener Omas sagen ja, man solle mal die Pobacken zusammenkneifen und sich nicht so anstellen. Früher hätten Schulen zehn Kilometer weg gelegen und ich fahre zum Bäcker mit dem Auto. Stimmt nicht, Oma. Ich gehe zu Fuß. Gerne sogar. Der Wolf, den ich mir zwischen der Turmstraße in Boele und dem Pressehaus am Ischeland gelaufen habe, sagt über meine Geher-Qualitäten nichts aus. Es herrschten 34 Grad und ich trug Jeans. Aber: So freipustend der Spaziergang für mein Hirn war. Er dauert 50 Minuten. Nur hin. Und ich habe einen Beruf, in dem man schnell sein muss. Deshalb wird Laufen keine Alternative werden.

Mit dem Bus

Das ist die erste große Überraschung! Ich rede mir immer ein, dass Busfahren mir meine Bewegungsfreiheit nimmt. Ich will zwischen Boele und der City nicht durch die Alleestraße in Altenhagen gurken. Das macht niemand, der sich in Hagen auskennt. Doch vom Boeler Markt gibt es zügige Verbindungen, die mich in einer Viertelstunde zur Arbeit bringen. Gut, die Fahrt ist teurer als mit dem Auto. Aber umweltschonender. Der Bus und ich könnten wieder die Freunde werden, die wir in der Schulzeit mal waren.

Per E-Bike

Für mich der absolute Gewinner dieses Test. Das beim Zweiradhändler Trimborn in Haspe geliehene Rad (vielen Dank dafür!) hat einen doch ganz kräftigen kleinen Motor. Fleyer Straße hoch? Pah, ich trete leicht, schwitze nicht und bin zügig. Anfahren an einer Ampel? Viel besser als ohne E-Antrieb, weil man Autofahrer nicht zur Ungeduld treibt. Man fährt besser mit und fühlt sich sicherer. Der erfahrene Händler Bernd Trimborn hat zudem schon so eine gute Beratung durchgeführt, dass das E-Bike als Alternative noch mehr in den Fokus rücken könnte. Aufgeladen wir der Akku wieder in der Redaktion. Ich brauche keinen Sprit. Ein nachhaltiges Gefühl.

Mit dem Auto

Mein Auto, ja mein Auto, es wirkt angesichts dieses Fridays-for-future-Zeitgeists irgendwie schon wie eine Schreibmaschine in einer Zeitungsredaktion. Es bringt mich am schnellsten zur Arbeit. Aber, ist auch der Luftverpester Nummer eins. Letztes Jahr habe ich mir eine alte Vespa gekauft. Mit der erübrigen sich noch dazu alle Parkprobleme. Ich sprach so zu mir, dass so ein Roller ja sicherlich mehr die Umwelt schone als mein Auto. Weil der ja kleiner sei. Wie dumm man manchmal aussieht, wenn man versucht sich einzureden, dass etwas Schlechtes irgendwie auch nur halb schlecht sein könnte. Ich sage ja: so wird man kein Weltretter.

Per E-Scooter

Alle sprechen drüber, viele wollen so ein Ding, ich habe jetzt einen. Für unseren Test war der Saturn-Markt in der Rathaus-Galerie so freundlich, uns einen E-Scooter zu leihen. Fahrspaß pur bei geschmeidigen 12 bis 14 Stundenkilometern. Wenn es bergig wird, muss man mittreten. So verbindet man E-Mobilität mit doch recht anstrengender Bewegung.

Es dauert 10 bis 15 Minuten länger, bis ich bei der Arbeit ankomme. Aber, so im Stehen und mit der entsprechenden Langsamkeit nimmt man die Stadt ganz anders wahr. Und man hat dieses Puky-Gefühl, dass man als Kind hatte, wenn man ohne Termindruck, nur zum Spaß durch die Straßen rollerte. Sehr gewöhnungsbedürftig, sich so langsam fortzubewegen. Aber für den Weg zur Arbeit für mich eine wahrhaftige Alternative. Das geteste Modell kostet etwa 500 Euro. Geladen wird es einfach an der Steckdose.

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