Polizei

Erneute Razzia im Umfeld der Hagener Spielhallen-Familie

Bereits 2018 hatte es eine große Durchsuchungsaktion gegen eine Familie aus Hagen gegeben. Das Oberhaupt ist mittlerweile verurteilt.

Bereits 2018 hatte es eine große Durchsuchungsaktion gegen eine Familie aus Hagen gegeben. Das Oberhaupt ist mittlerweile verurteilt.

Foto: Alex Talash

Hagen.  Staatsanwaltschaft und Polizei haben erneut Spielhallen in mehreren Städten durchsucht. Im Fokus steht eine Familie aus Hagen.

Und wieder sind zahlreiche Spielhallen in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen unter Federführung der Polizei Hagen durchsucht worden. Und wieder steht eine Hagener Familie bzw. deren „erweitertes Umfeld“ im Fokus der Ermittler. Insgesamt ist dabei ein Geldbetrag in sechsstelliger Höhe beschlagnahmt worden.

Das Oberhaupt der Familie war am Nikolaustag, 6. Dezember, von der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hagen zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Dem Mann hatte man Steuerhinterziehung in mehr als 500 Fällen nachgewiesen. Der Angeklagte, der zwischenzeitlich auf freiem Fuß war, hatte auf Revision verzichtet. Der Gesamtsteuerschaden war im Urteil auf 19,57 Millionen Euro festgelegt worden.

30-köpfige Familie im Fokus der Ermittlungen

So war es bereits im September 2018 es zu einem landesweiten Zugriff gegen die Betreiber von Glückspielhallen gekommen. Im Mittelpunkt stand schon damals die 30-köpfige Familie. Nach einer technischen Manipulation von Spielautomaten war ein Steuerschaden in Millionenhöhe entstanden. Die ursprüngliche angeklagte Summe hatte bei 48,4 Millionen Euro gelegen.

Schon damals wurden mehrere Wohnungen, Firmen und Spielhallen durchsucht. Die Ermittler beschlagnahmten Vermögenswerte in zweistelliger Millionenhöhe. Darunter befanden sich neun hochwertige Luxusautos der Marken Mercedes und Lamborghini, die mittlerweile durch das Land Nordrhein-Westfalen versteigert worden sind. Gegen drei Beschuldigte war zunächst Untersuchungshaft angeordnet worden.

Weitere Manipulationen der Spielhallenbetreiber

Aufgrund intensiver Ermittlungen in diesem Verfahren, ergaben sich jetzt Hinweise auf weitere Manipulationen im erweiterten Familienumfeld der Spielhallenbetreiber. Die Staatsanwaltschaft leitete wegen des Verdachts auf illegale Verkürzung der Vergnügungssteuer und des Verdachts auf Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ein neues Ermittlungsverfahren ein.

Zu einem lange geplanten landesweiten Zugriff, bei dem 150 Ermittler der Staatsanwaltschaft, der Steuerfahndung und der Polizei beteiligt waren, kam es am Donnerstag. In zahlreichen Städten (Gevelsberg, Sprockhövel, Schwelm, Ennepetal, Düsseldorf, Mettmann, Witten, Oberhausen) durchsuchten die Beamten Spielhallen, Privatwohnungen, eine Firma und eine Steuerfachkanzlei.

Ermittlungen wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung

Gegen die Beschuldigten wird wegen des Verdachts der banden- und gewerbsmäßigen Fälschung technischer Aufzeichnungen und der bandenmäßigen Steuerhinterziehung im besonders schweren Fall ermittelt. Insgesamt wurden 16 Objekte durchsucht.

Hierbei konnte eine Bargeldsumme in sechsstelliger Höhe, die in Kunststoffkisten gelagert wurde, beschlagnahmt werden. Dazu stellten die Ermittler drei Fahrzeuge, einen BMW, einen Mercedes und einen Audi sicher.

Die Durchsuchungs- und Auswertemaßnahmen dauern derzeit noch an. Die Ergebnisse werden nach Abschluss der ersten Ermittlungen zeitnah bekannt gegeben.

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