Klimastreik

Fridays for Future: Knapp 2000 Schüler bei Demo in Hagen

In Hagen ist die erste  Fridays-for-future-Demo gestartet. 

In Hagen ist die erste Fridays-for-future-Demo gestartet. 

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   In Hagen ist die erste Fridays-for-Future-Demo mit knapp 2000 Schülern gestartet. Schulen ermöglichen Teilnahme als Exkursion.

In Hagen hat sich der erste Demonstrationszug der „Fridays-for-Future“-Bewegung am Hauptbahnhof in Bewegung gesetzt. Die Polizei geht von knapp 2000 Teilnehmern aus. Das sind erheblich mehr als zunächst gedacht. Die Organisatoren hatte mit nur 500 Teilnehmern gerechnet. Der Demonstrationszug, so die Polizei verlaufe laut, aber völlig friedlich, Es geht mit einem Zwischenstopp am Theater zum Marktplatz an der Johanniskirche, wo es eine Abschlusskundgebung gibt.

Schulen genehmigen Teilnahme als Exkursion

Die Demonstration und die Kundgebung finden während der Schulzeit statt. Die Schulen haben aber – vor dem Hintergrund einer Vorgabe des NRW-Schulministeriums – eine pragmatische Lösung gefunden. Das Ministerium ermöglich einmalig, dass Klassen oder Kurse in Begleitung der Lehrer an der Demo als Exkursion teilnehmen können.

2000 Schüler bei Fridays for Future Demo in Hagen

Die Vorgabe nutzt etwa das Theodor-Heuss-Gymnasium. „Klassen, die sich dazu entschlossen haben, teilnehmen zu wollen, können dies als Exkursion tun – in Begleitung der Lehrer“, so Schulleiter Sven Meyhoefer. „Das habe ich so genehmigt.“ Etwa fünf Klassen hätten sich dazu entschieden. Somit würden rund 120 Schüler vom THG an der Demo teilnehmen.

Auch die Schulpflicht muss eingehalten werden

Genauso verfährt das Ficht-Gymnasium: „Kurse, die auch inhaltlich mit ökologischen Themen befasst sind, konnten die Teilnahme als Exkursion anmelden“, so Schulleiter Arne Hennemann – etwa Bio-, Erdkunde- aber auch Fremdsprachen-Kurse. „Das haben auch eine ganze Reihe von Kursen genutzt.“ Etwa 120 Fichte-Schüler würden so an der Demo teilnehmen. Sollte es noch Folge-Demos in den kommenden Wochen während der Schulzeit geben, so Hennemann, dann müsse er aber auch auf die Einhaltung der Schulpflicht achten.

Hennemann würdigt das Engagement seiner Schüler: „Hier an unser Schule bildet sich gerade eine Arbeitsgruppe aus dieser Bewegung. Da gibt es wirklich interessierte Schülerinnen und Schüler in Sachen Klimaschutz. Und nicht Trittbrettfahrer, die nur schulfrei haben möchten.“ Dass sich Schülerinnren und Schüler so intensiv politisch engagierten, sei sehr lobenswert.

Abschlusskundgebung an Johanniskirche

Reden werden bei der Abschlusskundgebung an der Johanniskirche Schülerinnen und Schüler aus Hagen, Anja Schöne, die Leiterin des Jugendtheaters Hagen, Hannah Scharlau als Vorsitzende des Jugendrings Hagen, und Vertreter der Jusos.

Kritik von der Jungen Union

Das ruft die Junge Union auf den Plan - Grund dafür ist die Rednerliste. Dort findet sich ein Redepart für die Jusos, Jugendorganisation der SPD, jedoch keiner anderen politischen Vereinigung.

„Die Organisatoren betreiben einseitige, parteipolitische Instrumentalisierung“, zeigt sich die Kreisvorsitzende Natalie Dehm irritiert. „Klimaschutz geht uns alle etwas an. Wir als Junge Union wurden nicht einmal für eine Teilnahme angefragt. Das ist ein Unding. Ich erwarte eine Erklärung der Organisatoren.“

Gemeinsame Klimaagenda für Hagen gefordert

Dehm brachte an, dass es gerade die Junge Union um ihrem ehemaligen Ratsherren Lars Vogeler gewesen sei, die unter anderem a. Initiativen zur Begrünung von Dächern in der Stadt voran trieben. „Für diese Vorhaben, unsere Stadt zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu machen, gab es wenig Unterstützung. Statt Demos brauchen wir eine gemeinsame Klimaagenda für Hagen, um die Umwelt im Stadtgebiet langfristig zu schützen und mögliche Gefahren zu eliminieren. Hierzu ist eine Zusammenarbeit mit der jüngeren Generation unabhängig von Parteizugehörigkeit sinnvoll und wünschenswert, auch um neue Perspektiven in teils bekannte Diskussionspunkte zu bringen“, führt Dehm aus.

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