Sommerkulturprogramm

Hagen: Gelungener Muschelsalat-Auftakt mit Soul und Rap

Beatboxer Nils (rechts im Bild) und seine Bandkollegen von Footprint Project bringen Stimmung in den Volkspark.

Beatboxer Nils (rechts im Bild) und seine Bandkollegen von Footprint Project bringen Stimmung in den Volkspark.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Der Muschelsalat 2019 ist eröffnet: Die Mischung aus Soul und Rap gefiel den zahlreichen Zuschauern des ersten Weltmusik-Konzertes.

Am frühen Abend, kurz vor Beginn der Veranstaltung, war der Platz vor der Konzertmuschel noch überschaubar mit Menschen gefüllt, nach nur zwei auf der Bühne gespielten Liedern tummelten sich hunderte Zuhörer im Volkspark. Ein vertrautes, ein schönes Bild.

Gelungen war der Auftakt des diesjährigen Muschelsalat-Sommerkulturprogramms zum einen, da das Wetter top mitspielte, zum anderen, da die Mischung des ersten Weltmusikkonzertes stimmte. Erst sommerlich-soulige Tanzmusik mit jazzigen und funkigen Rhythmen samt Technobeats, dann energiegeladener, teils harter Rap auf Spanisch.

Dank an die Muschelsalatretter

Aber der Reihe nach: Bevor das erste in Hagen und in weiteren drei Nachbarstädten stattfindende „Odyssee-Musik der Metropolen“-Konzert begann, hieß es erstmal: den Muschelrettern Danke sagen. Oberbürgermeister Erik O. Schulz lobte das Engagement der Kulturfreunde, die vor zehn Jahren, als der Muschelsalat auf der Kippe stand, einen Verein zur Erhaltung der beliebten Kulturreihe gegründet hatten. „Heute wird der Muschelsalat von niemandem im Rathaus mehr in Frage gestellt“, versicherte der OB, „100 Mitglieder und zigtausende von Euro, die der Verein bisher eingesammelt hat, sprechen für sich.“

Musikalische Begegnungen

Francis Gay, Musik-Chef von Funkhaus Europa, das die „Odyssee“-Reihe seit etlichen Jahren organisiert, erläuterte die Idee des Road-Festivals: „Wir verkuppeln Bands und inszenieren auf diesem Weg musikalische Begegnungen.“

In diesem Fall wurde die junge, zehnköpfige Band Footprint Project aus Berlin mit der aus Mexiko stammenden, mittlerweile aber in Los Angeles lebenden Rapperin Niña Dioz verkuppelt. Dreieinhalb Tage hatten die unterschiedlichen Musiker im Studio in Köln geprobt, nun fand der erste öffentliche gemeinsame Auftritt in Hagen statt. Es folgen ab Donnerstag Konzerte auf Bühnen in den ebenfalls am „Odyssee“-Projekt beteiligten Städte Recklinghausen, Mülheim und Wattenscheid.

Sommerleichte Soul-Stücke, die an Songs der Sängerin „Sade“ erinnerten, präsentierte Rokhaya, Frontfrau von Footprint Project. Band-Kollege Nils sorgte mit seiner Beatbox-Einlage (er imitierte mit dem Mund Beats und Rhythmen) für Abwechslung.

„Berlin ist die Hauptstadt des Techno, und da haben wir euch etwas mitgebracht“, verkündete der Beatboxer und legte gekonnt und rasend schnell los. Der Lohn? Ganz viel Beifall.

Niña Dioz, die sich als lesbische Rapperin in Mexiko gegen Sexismus und mit Goldketten behängte Macho-Rapper durchgesetzt hat, trat auch in Hagen als starke Kämpferin auf. Die superschlanke, temperamentvolle Frau wurde von Kuto Quilla, einem DJ aus Peru, begleitet. Und ihre laute, in Richtung Publikum gerufene Aufforderung „Come on!, Come on!“ stieß bei den Muschelsalat-Besuchern durchaus auf offene Ohren.

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