Kommentar

Handeln oder wurschteln

WP-Redakteur Martin Weiske

WP-Redakteur Martin Weiske

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Wenn Aufgaben bei der Stadt mangels Personal vernachlässigt werden, ist in den Augen von WP-Kommentator Martin Weiske eine Grenze überschritten.

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Das Phänomen der Arbeitsverdichtung ist keineswegs eine Besonderheit der Hagener Kommunalverwaltung, sondern eine branchenübergreifende Realität. Manche sind in der Lage, in diesem Hamsterrad mitzurennen, anderen schlägt die zunehmende Belastung, die immer komplexeren Aufgabenstellungen bewältigen zu wollen, auf die körperliche oder seelische Gesundheit.

Oder die Erledigung der Aufträge scheitert, wie es offenkundig bei der Stadt Hagen zunehmend der Fall ist. Wenn Baumaßnahmen nicht mehr fristgerecht bewältigt werden oder Kinder durchs Schuluntersuchungsraster rauschen, sind Grenzen des Tolerablen erreicht.

Der Bürger muss sich darauf verlassen können, dass Verwaltung ihren Pflichten nachkommt. Es gibt nämlich keine Alternativen für hoheitliche Aufgaben, die man sich auf dem freien Markt suchen könnte.

Natürlich hat funktionierende Verwaltung auch mit Geld zu tun. Auch eine Kommune muss sich im Wettbewerb um gute Leute behaupten können. Wenn die Mittel dafür nicht ausreichen, muss der Kämmerer, der das Wort Steuererhöhungen ja an anderer Stelle bereits in den Mund nahm, handeln.

In den nächsten Tagen legt Christoph Gerbersmann seinen Doppelhaushalt 2020/21 vor, aus dem sich auch das künftige Personal-Tableau der Stadt Hagen ableitet. Dann kommt es zum Schwur, ob Verwaltung und Politik dem Bürger ausgerechnet ein Jahr vor der Kommunalwahl tatsächlich bitteren Wein einschenken und ehrlich die Kosten für eine auskömmliche Belegschaft benennen oder kreativ weitergewurschtelt wird.

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