Straßenfest

Hasper Lichter ziehen die Menschen in Hagen magisch an

Die Hasper Lichter haben sich als Riesenerfolg entpuppt.

Die Hasper Lichter haben sich als Riesenerfolg entpuppt.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Haspe.  Die Hasper Lichter in Hagen haben sich als phänomenales Ereignis entpuppt: Bis zu 50.000 Besucher strömten zu dem Straßenfest.

Wenn das Licht anging, jeden Abend pünktlich um kurz nach acht Uhr, leuchteten nicht nur die 135.000 LED-Lichter. Dann strahlten auch die Augen von Veranstaltern, Künstlern und Besuchern. Denn dieser Moment machte die Hasper Lichter zu einem der wohl größten kulturell-gesellschaftlichen Ereignisse in der Geschichte des Stadtteils.

Der Auftakt allerdings fiel buchstäblich ins Wasser. Wer sich am Mittwoch zu Recht fragte, für wen die zahlreichen verregneten Bierbänke auf dem Ernst-Meister-Platz eigentlich aufgestellt worden waren, bekam jedoch am Wochenende die Antwort. Dichtes Gedränge herrschte nicht nur auf dem Kirmesplatz, sondern in der gesamten Hasper Innenstadt. Die Lichter zogen die Menschen an, und das spürten auch die Künstler. „Bei diesem Licht auf der Bühne zu stehen, ist für jeden Musiker etwas Besonderes“, sagte Sam Romdhane, Sänger der Band Limited Edition, die am Freitagabend für einen der ersten Höhepunkte sorgte.

Hohes Niveau

Generell war das musikalische, gastronomische und organisatorische Niveau der Veranstaltung hoch. „Und das künstlerische“, ergänzte Haspes Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser.

In der Tat war die Straßenfest-Atmosphäre zumindest teilweise von Elementen der Hochkultur durchzogen, auch wenn die schwarz-weißen Skulpturen auf der Swolinzkystraße von manchen Besuchern als Mülleimer missinterpretiert wurden. Und dass die Trödelstände, an denen blinkender Ramsch verkauft wurde, nicht recht ins Bild passten, war verzeihlich.

Detailgetreue Figuren

Denn ansonsten beeindruckte das Fest auch bei Tageslicht. Mit detailgetreuen Figuren verwandelte das Straßentheater von Mona Stöcker, die selbst den Zeithasen spielte, die Kölner Straße in das Wunderland des kleinen Mädchens Alice. Pizza-Akrobatik von Weltmeister Umberto Napolitano, ein Auftritt der „Sendung mit der Maus“ am Sonntagmittag oder ein Basketball-Parcours: Die Besucher bekamen viel zu sehen, selbst Haspes Ureinwohner konnten ihren Stadtteil neu entdecken, vor allem natürlich im abendlichen Glanz der 146 Lichtpfeiler.

Das Konzept sei individuell auf Haspe zugeschnitten worden, wie die international tätigen Konstrukteure der Luminarie De Cagna aus Apulien bestätigen. Maurizio de Matteis, Bassist der Central Park Band, die am Kirchplatz die Songs von Simon & Garfunkel zum Besten gab, schwärmte: „Das erinnert mich an die Lichterfester in den italienischen Dörfern.“ Das Dorf hieß in diesem Fall Haspe.

Italienische Nächte

Veranstalter Salvatore Bucco dürfte diese Aussage gefallen. Schließlich waren die Hasper Lichter im weitesten Sinne eine Fortführung der italienischen Nächte in der Hagener Innenstadt in den 90er-Jahren.

Apropos Fortführung: Noch ist es für die Verantwortlichen zu früh, um eine Entscheidung über die Zukunft zu treffen. Die horrenden Kosten und der enorme Arbeitsaufwand könnten gegen eine Neuauflage sprechen. Bezirksbürgermeister Thieser betonte, dass die Finanzierung bereits lange vor dem Start gestanden und man das Risiko minimiert habe: „Ich wünsche mir, dass dieses einmalige Erlebnis nicht einmalig bleibt“, so der 66-Jährige.

Vielleicht gibt es also auch 2020 etwas, das alle Strapazen der Vorbereitung rechtfertigt: den Moment, wenn das Licht angeht.

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