Hohenlimburg.

Hoffnung auf „heiße Leiterseile“

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Hohenlimburg. Sachkundige Mitglieder der „Bürgerinitiative Hohenlimburg unter Höchstspannung“, sind überzeugt: Hochtemperatur-Leiterseile können, ob in Elsey oder auf der Reher Heide, eine sinnvolle Alternative zu den vom Netzbetreiber Amprion angedachten 380-kV-Leitungen sein. Das haben ihre Recherchen ergeben. Doch nicht nur die Hohenlimburger setzen darauf Hoffnungen, dass diese Leitungsvarianten kleinere elektromagnetische Felder haben und somit weniger Gesundheitsgefahren ausstrahlen. Ein weiteres wichtiges Argument für die Anwohner ist die deutlich vorteilhaftere Optik niedrigerer Masten.

„Im Thüringer Wald hat sich bereits eine Initiative gegründet, die den Bau weiterer Höchstspannungstrassen verhindern möchte und sich dort deshalb für den Bau von Hochtemperatur-Leiterseilen (HTLS) einsetzt, weil diese über vorhandene Trassen führen können“, weiß Frank Schmidt. „Da hat es bei mir sofort geklingelt,“ betonte er im Gespräch mit dieser Zeitung, schließlich gehen die Planungen der 380-kV-Höchstspannungsleitung von Dortmund nach Dauersberg in Rheinland-Pfalz in die entscheidende Phase.

Dürfen keine Fristen versäumen

Deshalb hatte sich die Bezirksvertretung in der zurückliegenden Sitzung auch mit diesem Thema befasst und einstimmig beschlossen, die Bemühungen der Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, Höchstspannungsleitungen mit unzureichenden Abständen zu der dichten Wohnbebauung in Elsey zu verhindern. Gleichzeitig wurden Rat und Verwaltung aufgefordert, sich hierfür ebenfalls und nachhaltig einzusetzen. Peter Leisten (CDU) forderte: „Wir müssen uns frühzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen und eingreifen.“ Und Peter Arnusch (SPD) ergänzte: „Wir dürfen keine Fristen versäumen.“

Schulterschluss in der Bezirksvertretung somit für die Interessen der Hohenlimburger Bürger. Aber sind die Hochtemperatur-Leitungsseile wirklich eine Alternative für die geplanten 380-kV-Höchstspannungsleitung des Netzbetreibers Amprion, die quer durch Reh und Elsey führen soll? Dazu müssen, wie mehrfach berichtet, um Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung einzuhalten, neue und somit höhere Masten gebaut werden. Deshalb ist in der Bevölkerung gar von Monstermasten die Rede. weil diese im Einzelfall mehr als 100 Meter erreichen könnten.

Zurück zu HTLS: Auf Anfrage dieser Zeitung sagte Jürgen Germann von der deutschen Niederlassung (Neuss) des Multitechnologiekonzerns M3 aus Minnesota (USA), der solche Hochtemperatur-Leiterseile herstellt, dass es grundsätzlich möglich sei, auf besonders stark belasteten Strecken dieses Technik zu installieren. „Dazu bedarf es jedoch einer individuellen Prüfung.“ Diese Keramikleiter seien drei- bis fünfmal teurer, dafür könnten aber die vorhandenen Trassen genutzt werden. „In den USA, Russland, England oder Frankreich werden solche Leitungen bereits eingesetzt, nur in Deutschland noch nicht.“ Um dann zu ergänzen. „Es obliegt dem Netzbetreiber, welche Strecken er dafür für geeignet hält.“

„Bei der Bezirksregierung in Arnsberg ist diese alternative Technik bekannt“, wie Christoph Söbbeler, Pressesprecher des Regierungspräsidenten (RP), gestern bestätigte. „Das Leistungsspektrum der Hochtemperatur-Leiterseile reicht jedoch nicht aus. Sie sind nicht groß genug für dieses Projekt von Dortmund nach Dauersberg und nicht unbegrenzt einsetzbar.“

Der Netzbetreiber Amprion möchte sich erst in den kommenden Tagen äußern.

In die nächste BV-Sitzung einladen

Der Argumentation des RP steht jedoch die Aussage von Jürgen Germann entgegen. „Unsere Leitungen sind kompatible mit anderen Leitungen und deshalb auch in Teilabschnitten einsetzbar.“

Claudia Scholten schlägt deshalb vor, den 3M-Mitarbeiter nach der Kommunalwahl in eine Sitzung der Bezirksvertretung einzuladen, um seine Argumente „aus erster Hand zu bekommen“.

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