Klimaschutz

Inlandsflüge bleiben Hagens Stadtbediensteten nicht verboten

Trotz Klimawandels und grassierender Flugscham: Inlandsflüge werden in Hagen den städtischen Bediensteten bei absoluter Notwendiger nicht verboten.

Trotz Klimawandels und grassierender Flugscham: Inlandsflüge werden in Hagen den städtischen Bediensteten bei absoluter Notwendiger nicht verboten.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Hagen.  Wenn es dienstlich erforderlich ist, dürfen Mitarbeiter der Hagener Stadtverwaltung auch bei Inlandsreisen aufs Flugzeug zurückgreifen.

Trotz der Ausrufung des Klimanotstandes: Mitarbeiter der Hagener Stadtverwaltung dürfen auch in Zukunft bei Inlandsreisen auf das Flugzeug zurückgreifen, wenn dies dienstlich unabwendbar erscheint. Auf diese Regelung hat sich der Hagener Rat verständigt und damit einen Flugverbotsbeschluss der SPD-Ratsfraktion für Dienstreisen innerhalb Deutschlands abgewendet.

Die Sozialdemokraten hatten vor dem Hintergrund der anhaltenden Klimaschutzdebatten den Beschlussvorschlag formuliert, dass künftig weder städtische Bedienstete noch Mitarbeiter der Tochterunternehmen innerhalb Deutschlands noch in ein Flugzeug steigen dürfen. „Wir müssen endlich zu konkretem Handeln kommen“, unterstrich Ratsherr Werner König (SPD) den Vorstoß seiner Fraktion und forderte, der Deutschen Bahn AG ausnahmslos den Vorzug zu geben.

OB: „Wir tun schon eine Menge“

Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der zuletzt die Rückreise von der Münchener Immobilien-Messe Expo Real aufgrund terminlicher Zwänge per Flugzeug angetreten hatte, betonte, dass man in der Sache gar nicht weit auseinander sei: „Jeder muss sich hier selbst hinterfragen, und wir tun in der Verwaltung schon eine Menge“, versicherte er. „Unsere Stoßrichtung muss sein, Inlandsflüge auf das zwingend notwendige Maß zu reduzieren und nicht die Komfortvariante zu wählen.“ Schon heute würden Dienstflüge nur in begründeten Ausnahmefällen genehmigt.

Eine These, die der städtische Personalchef Stefan Keßen gleich mit Zahlen unterfütterte: So wurden in den vergangenen fünf Jahren bei etwa 2500 städtischen Bediensteten lediglich acht Inlandsflüge bewilligt. Dem gegenüber stehen allein in diesem Jahr etwa 400 Dienstreisen mit der Bahn bei denen 150.000 Kilometer zurückgelegt wurden.

SPD mit hoher Flugneigung

CDU-Fraktionschef Stephan Ramrath attestierte vor diesem Hintergrund dieser Fakten der Stadtverwaltung einen verantwortungsvollen und vor allem restriktiven Umgang mit Flugreisen: „Daher wird eine Skandalisierung wie durch den SPD-Antrag dem Thema nicht gerecht.“ Zudem gab es von FDP-Fraktionschef Claus Thielmann den Hinweis, dass es gerade in SPD-Reihen in der jüngsten Vergangenheit eine hohe Neigung gegeben habe, bei politischen Reisen im Rahmen von Mandatsverpflichtungen sich innerhalb von Deutschland ins Flugzeug zu setzen.

Letztlich verzichtete der Rat auf eine Grundsatzabstimmung und folgte dem Bekenntnis des Oberbürgermeisters, dass auch in Zukunft bei der Hagener Stadtverwaltung ökologische und Klimaschutzaspekte bei der Wahl der Dienstreisen-Verkehrsmittel im Vordergrund stehen.

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