Kurzarbeit in Hagen

Mütze: „Kurzarbeit und Qualifizierung in Hagen verknüpfen“

Jens Mütze (vorne links) ist erster Bevollmächtigter der IG Metall in Hagen und setzt sich für die Betroffenen ein.

Jens Mütze (vorne links) ist erster Bevollmächtigter der IG Metall in Hagen und setzt sich für die Betroffenen ein.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Jens Mütze, der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Hagen, spricht sich für mehr Fortbildung während der Zeit der Kurzarbeit aus.

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Die Nachricht, dass 42 Unternehmen in Hagen aktuell Kurzarbeit angemeldet haben und davon potenziell bis zu 2400 Personen betroffen sind, sorgt für zahlreiche Reaktionen in der Stadt. Auch Jens Mütze, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Hagen, reagiert auf die prekäre Situation.


Herr Mütze, wie beurteilen Sie die aktuelle Lage in Hagen?

Jens Mütze Die wirtschaftliche Lage allgemein und besonders bei der Zulieferbranche für die Automobilindustrie in unserer Region ist für alle Beteiligten – hier meine ich die Unternehmen, wie aber auch für die Beschäftigten – mittlerweile zu einer enormen Herausforderung geworden. Neben der aktuellen konjunkturellen Herausforderung kommen in unterschiedlichster Weise nun auch strukturelle Probleme hinzu. Was erschwerend auch noch dazu kommt ist, dass keiner wirklich verlässlich sagen kann, wann es wieder zu einer spürbaren Entspannung dieser Situation in Hagen kommen wird.


Was muss geschehen und wie sehen die Perspektiven für die Betroffenen in Hagen aus?

Es müssen alle Instrumente der betrieblichen, tariflichen aber auch gesetzlichen Möglichkeiten genutzt und angewandt werden, um einer negativen Entwicklung entgegenzuwirken. Grundsätzlich muss die Beschäftigungssicherung höchste Priorität haben. Hierzu gehören sicherlich flexible Arbeitszeitmodelle, wie auch die Anwendung von Arbeitszeitkonten, der Tarifvertrag „Beschäftigungssicherung“, und so weiter. Dies gilt es von den Tarifvertragsparteien zu gewährleisten. Die Möglichkeit der Kurzarbeit gehört zwingend dazu. Perspektivisch hat die IG Metall hierzu ein „Transformations-Kurzarbeitergeld“ vorgeschlagen, mit dem Kurzarbeit und Qualifizierung verknüpft werden – und das unter Einbeziehung der Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus kann und wird der Gesetzgeber eine ganze Reihe von Anreizen und Hilfestellungen geben müssen. Weiter bedarf es einer proaktiven regionalen Strukturpolitik, wenn wir auch in Zukunft attraktive Industriearbeitsplätze haben wollen.


Welche Rolle spielt Ihre Gewerkschaft aktuell dabei?

Die IG Metall ist sich ihrer besonderen Rolle durchaus bewusst und spielt diese sehr aktiv. Neben den normalen Aufgaben gilt es jetzt umso mehr mit den betrieblichen Interessenvertretern, den Beschäftigten sowie den Arbeitgebern, die richtigen und möglichen Lösungen gemeinsam zu erarbeiten und erfolgreich umzusetzen.

Mit Jens Mütze sprach Mike Fiebig

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