Malina König

Übergewicht – Diese Frau soll Hagen wieder gesünder machen

Die Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin Malina König will Gesundheitsförderung und Stadtentwicklung in Wehringhausen miteinander verbinden. Sie tritt auch gegen das Übergewicht vieler Hagener Bürger an.

Die Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin Malina König will Gesundheitsförderung und Stadtentwicklung in Wehringhausen miteinander verbinden. Sie tritt auch gegen das Übergewicht vieler Hagener Bürger an.

Foto: Michael Kleinrensing

Wehringhausen.   Es ist das erste Mal, dass in Hagen ein Präventionsprogramm dieser Art gibt. Es geht um die Verbindung zwischen Gesundheit und Stadtentwicklung.

Malina König (27) ist die Frau, die einen ganzen Hagener Stadtteil gesünder machen soll. Erstmals wird in Hagen durch den Einsatz der Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin eine Brücke zwischen Gesundheitsförderung und Stadtentwicklung geschlagen. Die junge Dame ist aus Sicht der Verwaltung auch die Antwort auf das Problem, das die WESTFALENPOST in der vergangenen Woche thematisierte: 60 Prozent der Hagener Bevölkerung sind übergewichtig, und es drohen Folgeerkrankungen.

Was in Hagen fehlt, soll die Gelsenkirchenerin in Wehringhausen beginnen aufzubauen: eine städtische Gesamtstrategie für gesundheitsfördernde Maßnahmen. Chronische Erkrankungen sollen durch gezielte Interventionen vermindert werden. Dahinter steht zum einen der Ansatz des Gesundheitsamtes, hier in Hagen auf diesem Wege wirklich etwas bewegen zu wollen. Aber auch der Druck, unter dem die Träger der Sozialversicherung und das Land Nordrhein-Westfalen stehen, das neue Präventionsgesetz in den Kommunen umzusetzen.

Laut dem Gesetz muss mehr für die Gesunderhaltung der Menschen getan werden. Durch eine Bezuschussung des Landeszentrums für Gesundheit, das die Landesregierung und die Kommunen in Fragen der Gesundheit und Gesundheitspolitik unterstützt, ist auch die Stelle von Malina König finanziert. Zunächst für zwei Jahre. Das Projekt kann auf fünf Jahre ausgeweitet werden.

König kümmert sich in Wehringhausen nun in mehreren Themenfelder um Gesundheitsförderung. Zum Beispiel baulicher Art: „Es müssen sicherlich mehr Bewegungsangebote auf Grünflächen entstehen. Auch das Freizeitareal Bohne muss aus bewegungstechnischer Sicht noch besser genutzt werden. Mir schwebt quasi ein Fitnessstudio im Freien vor.“

Doch König geht auch dahin, wo sich in Teilen des Stadtteils Parallelgesellschaften entwickelt haben. Sie baut Kontakt zu rumänischen und bulgarischen Einwanderern auf, wo der schlechte Ernährungszustand in vielen Fällen schon zu Diabetes führt. „Ich denke über gemeinsame Kochkurse nach, aber auch über Mehr-Generationen-Spaziergänge, durch die die Bewegung erhöht werden soll.

Drei Gruppen im Fokus der Arbeit

Das Thema Ernährung steht ganz oben auf Königs Arbeitsliste. Im Fokus ihrer Maßnahmen stehen drei Zielgruppen: „Werdende, junge Familien, Alleinerziehende und Kinder in schwierigen sozialen Lagen. Zuwanderer und alleinstehende ältere Menschen. „Der Ansatz ist, dass die Maßnahmen lebensphasenübergreifend und lebenslauforientiert ausgerichtet werden“, sagt König. Sie spricht von einer Präventionskette vom Kindergartenkind bis zum Senior. „Und diese Kette kann eines Tages vielleicht auf alle Stadtteile übertragen werden.“

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