Mein Hagen

Wenn das Hagener Bürgermeister-Trio mal nicht kann

WP-Redakteur Martin Weiske

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Foto: Michael Kleinrensing

In Hagen wird künftig ein Bürgerpreis verliehen. Der Weg dahin war durchaus bemerkenswert, meint WP-Kommentator Martin Weiske.

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Kreativität muss belohnt werden. Daher hat der Rat mit der Einführung eines sogenannten Bürgerpreises eine Möglichkeit geschaffen, bei der Hagener sich für kluge Anregungen zum gesellschaftlichen Miteinander Bares abholen können: Immerhin 500 Euro sollen den pfiffigsten Ideengebern winken.

Allerdings gestaltete sich der Weg zu diesem Award – so müsste es ja eigentlich neudeutsch heißen – äußerst holperig. Der von Hagen-Aktiv-Chef Josef Bücker kreierte Vorstoß sollte ursprünglich dazu dienen, dem von ihm geführten Ausschuss für Anregungen und Beschwerden mehr Aufmerksamkeit zu verleihen. Doch selbst in seinem eigenen Gremium fiel die angedachte Würdigung gleich dreimal durch. Nicht zuletzt deshalb, weil Bücker sich höchstselbst als Preisverleiher vorsah – die übrigen Fraktionen witterten prompt allzu viel Personenkult um den Hagen-Aktiv-Frontmann.

Verbesserungsvorschläge auf allen Kanälen

Entsprechend ließ der Rat in Sachen Bürgerpreis jetzt der Wählergemeinschaft die Luft raus: Als Preisträger kommen ab 2020 nicht bloß jene in Frage, die im Bücker-Ausschuss vorsprechen, sondern auch Hagener, die Verbesserungsvorschläge in Bezirksvertretungen, Bürgersprechstunden oder über Online-Kanäle vorbringen.

Und damit das dotierte Schulterklopfen für preiswürdige Anregungen aus der Bürgerschaft gleich einen wahrlich würdig-feierlichen Rahmen erhält, hat der Rat obendrein entschieden, dass der Oberbürgermeister persönlich den Jahresgewinner des gesamtstädtischen Vorschlagswesens belobigt. Im Verhinderungsfall, so der Rat, könnten natürlich auch der Erste Bürgermeister oder der Bürgermeister stellvertretend einspringen.

Nur wenn das gesamte Spitzentrio passen muss, dürfe auch der Vorsitzende des Beschwerdeausschusses zum Zuge kommen. Bücker kann also weiter hoffen . . .

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