Gericht

14 Tage Gefängnis für Faustschläge ins Gesicht in Hattingen

Weil ein Mann aus Hattingen einen anderen mit Faustschlägen traktierte, muss er 14 Tage ins Gefängnis, entschied das Gericht.

Weil ein Mann aus Hattingen einen anderen mit Faustschlägen traktierte, muss er 14 Tage ins Gefängnis, entschied das Gericht.

Foto: Michael Kleinrensing

Hattingen.  Angeklagter P. aus Hattingen schlug 22-Jährigem mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Jetzt warten Arrest und ein Anti-Aggressionstraining auf ihn.

Eine gebrochene Nase, eine Operation und mehrere Tage Krankenhausaufenthalt waren die Folge eines Wutausbruchs des 21-jährigen P., der sich gestern in Hattingen für seine Tat vor Gericht verantworten musste.

In einem Punkt folgte Richter Christian Amann den Forderungen des Staatsanwalts: Zwei Wochen Dauerarrest, für den der Auszubildende im zweiten Lehrjahr Urlaub nehmen muss. „Sie können in der Zeit über das nachdenken, was Sie getan haben“, war Amanns Rat an den jungen Mann.

In Hattingen hat ein Auszubildender einen Mann mit der Faust mehrfach geschlagen

Darüber hinaus bekam er die Auflage, die Thomas Behr von der Jugendgerichtshilfe angeregt hatte. Er muss an einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen, das im November in Hattingen stattfindet. „Tun Sie das nicht, gibt es weiteren Dauerarrest“, mahnte der Richter. Dabei hatte der 21-Jährige Glück, dass Amann zu dem Schluss kam, den Angeklagten noch nach Jugendstrafrecht zu verurteilen.

Denn als die Tat wenige Tage vor Weihnachten 2018 geschah, war er nur noch drei Monate von seinem 21. Geburtstag entfernt. „Jetzt ginge so etwas nicht mehr, die schöne Zeit ist vorbei“, betonte Christian Amann. Ein Unbekannter ist der 21-Jährige vor Gericht nicht. Eine Anklage wegen Körperverletzung vor einigen Jahren war eingestellt worden. Vor einiger Zeit musste er aber wieder vor Gericht erscheinen, weil er bei einer Getränkefirma gearbeitet und in 88 Fällen Diebstahl begangen hatte. Den entstandenen Schaden von 4200 Euro zahlt er immer noch zurück.

Alter Betrugsfall soll der Anlass für den Wutausbruch des Beschuldigten gewesen sein

Er hatte Bekannten gesagt, sie könnten bei ihm günstiger einkaufen: Er scannte die Ware ab und stornierte den Einkauf anschließend. Als beim Jahresabschluss der 88-fache Betrug aufflog, wurde ihm fristlos gekündigt. P. wollte dann offenbar, dass die Rückzahlung des Schadens von seinen Bekannten mitgetragen wurde. In einem Frisörladen traf P. zufällig sein Opfer, lief ihm hinterher und schlug dem 22-Jährigen unvermittelt ins Gesicht. Richter Amann: „Wir gehen davon aus, dass er sich geweigert hatte, P. Geld zu geben.“

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