HATsteine

Ausstellung zu den Hattinger Stadtsteinen ist ein Hit

Die Hattinger Stadtsteine sind museumsreif. Im Museum im Bügeleisenhaus werden Beiträge von Jung und Alt ausgestellt.

Die Hattinger Stadtsteine sind museumsreif. Im Museum im Bügeleisenhaus werden Beiträge von Jung und Alt ausgestellt.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Im Museum im Bügeleisenhaus werden die bemalten Steine gezeigt. Dabei sind echte Kunstwerke. Inzwischen werben die Steine weltweit für Hattingen:

Ein Chamäleon ist mit schwarzer Farbe auf den kleinen Stein gemalt, den Birgit Schlag in der Hand hält. „Den habe ich gerade vor dem Bügeleisenhaus in einer Mauerspalte gefunden“, sagt sie und steckt den Stein in die Hosentasche. Dort bleibt er so lange, bis die Mitgründerin der HATsteine einen neuen Ort für den Stein gefunden hat. „Auswildern“ heißt das im Fachjargon. Das passiert mit den bunt bemalten Steinen, die in der Vitrine im Bügeleisenhaus liegen, erst einmal nicht. Sie gehören zur Ausstellung „Hattinger Stadtsteine“. Und die bescherte dem Museum einen Rekord.

Besucherrekord zum Ausstellungsstart

29 (Hobby-)Künstler haben die Steine extra für die Ausstellung bepinselt. Die meisten Steine dafür kommen aus der Ruhr. Und die bunten Steine bescherten dem Museum im Bügeleisenhaus mit dem Ausstellungsstart im Oktober gleich einen Besucherrekord. 160 Gäste zählte das Museum an nur einem Tag. Hattingen ist im Steine-Fieber.

Auf einer kleinen Staffelei aus Holz, liegt ein Stein, der die Form eines Wappens hat. Darauf ersticht St. Georg den Drachen – ganz wie auf dem Hattinger Stadtwappen. Ein anderer Stein zeigt die Hattinger Skyline mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, daneben schmückt ein großer Förderturm den handtellergroßen Stein. „Wir hatten aber auch schon einmal einen Schalke-Stein auf dem Fensterbrett vom Bügeleisenhaus liegen.“

Jüngster Künstler ist erst zwei Jahre alt

Der jüngste Künstler der Ausstellung ist gerade einmal zwei Jahre alt. Neben den drei Steinen seiner Mama, ist auch das eigene Steinkunstwerk von Felix ausgestellt. Gelbe, orangene, rote, braune und schwarze Tupfen bedecken den Stein – ein bisschen sieht es aus wie Feuer. „Felix war ganz stolz und wollte den Stein unbedingt selber abgeben.“

Viele Steine sind richtige Kunstwerke, alle sind komplett unterschiedlich. Genau das fasziniert und begeistert Birgit Schlag. „Die sind wirklich alle toll, aber dieser hier ist einer meiner Favoriten“, sagt sie und zeigt auf einen etwa faustgroßen Stein mit einem Gesicht darauf. Es sieht aus wie eine Porzellanfigur – erst beim zweiten Hinschauen erkennt man Harry Potter als schlafendes Baby. Auf der Stirn prangt die gezackte, blitzförmige Narbe. Daneben steht ein Zitat vom Hogwarts Schulleiter Albus Dumbledore.

Steine legen weite Strecken zurück

Auf der Rückseite vieler Steine steht „HATsteine“ – damit der Finder auch weiß, wo sie herkommen. Denn die bemalten Steine gibt es in vielen Regionen, besonders im Norden Deutschlands. „Ich habe hier in Hattingen schon einen Elbstone aus Hamburg und einen Wittistein aus dem Kreis Wittgenstein gefunden.“

Und auch die HATsteine machen weite Reisen: Die Hattinger wildern sie nicht nur auf Borkum und Norderney aus, einige haben es sogar schon nach Kanada geschafft.

HATsteine begeistern Tausende

Hinter der Vitrine hängen Fotos von gefundenen Steinen, die die Hattinger in die zugehörige Facebook-Gruppe gepostet haben. 2350 Menschen suchen in der Stadt regelmäßig nach HATsteinen. Besonders Kinder haben Spaß an der Steinsuche, die eigentlich erst nur als Sommeraktion geplant war.

„Wenn schlechtes Wetter ist wollen sie Steine bemalen und bei gutem Wetter müssen unbedingt Spaziergänge gemacht werden, um Steine zu finden“, berichtet die 43-jährige Mitgründerin der Facebookgruppe. Ein bisschen wie Ostern eben.

Weit über 1000 Steine im Umlauf

Wie viele Steine in Hattingen im Umlauf sind, kann man nur erahnen – es sind wohl weit über 1000. „Ich allein habe bestimmt schon 200 Steine bemalt und ausgewildert.“ Zwei bis drei Steine hat Birgit Schlag immer auf den Spaziergängen mit Hund Berta in der Hosentasche dabei. Die werden während der Hunderunde dann (wieder) ausgewildert. Und wenn sie Glück hat und ganz genau hinguckt, findet sie auch den ein oder anderen neuen HATstein.

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