Bürgermeisterwahl

Grüne in Hattingen denken über eigenen Kandidaten nach

Da war die „Jamaika“-Welt noch in Ordnung: Im März 2015 stellten CDU, Grüne und FDP Dirk Glaser als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten vor.

Da war die „Jamaika“-Welt noch in Ordnung: Im März 2015 stellten CDU, Grüne und FDP Dirk Glaser als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten vor.

Foto: Volker Speckenwirth / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Grünen in Hattingen sehen die guten Wahlergebnisse als Auftrag, einen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen. Die anderen Partein warten ab.

Der Stadtverband der Grünen denkt darüber nach, bei der Bürgermeisterwahl im Herbst 2020 mit einem eigenen Kandidaten anzutreten.

Von einer Partei mit 20 Prozent Wählerzuspruch wird das viel eher erwartet, als von einer mit zehn bis zwölf Prozent, wie es bei uns zuletzt war“, sagt Frank Staacken, Vorsitzender der Ratsfraktion, auf Anfrage der WAZ. Es gebe daher im Stadtverband gerade eine „große Strömung“ für einen eigenen Kandidaten, so Staacken weiter. Entschieden sei aber noch nichts.

Dirk Glaser kam 2015 mit „Jamaika“ ins Amt

Eigentlich hätten die Grünen die Personalie schon im Somer unter Dach und Fach haben wollen, so der Fraktionschef. Nun werde es wohl Herbst werden.

Damit setzen die Grünen ein erstes Fragezeichen, was die weitere Unterstützung des amtierenden Bürgermeisters Dirk Glaser angeht. Der parteilose Journalist hatte das Amt 2015 zunächst auf dem SPD-Ticket angestrebt, dann aber die Kampfabstimmung gegen Manfred Lehmann verloren. CDU, Grüne und FDP unterstützen später Glasers Kandidatur und verhalfen ihm zum Sieg.

Die CDU entscheidet am 27. Januar 2020

Inhaltlich auf Distanz zum Bürgermeister gegangen ist zuletzt auch Gilbert Gratzel. Der FDP-Fraktionschef hält seiner Partei die Ausrichtung für die nächste Wahl noch völlig offen. „Wir sind mitten in der Entscheidungsfindung und wissen noch nicht, ob wir einen eigenen Kandidaten aufstellen oder einen anderen unterstützen“, sagt Gratzel. Zum Jahreswechsel wollen die Liberalen alles entschieden haben.

Ähnlich sieht die Zeitschiene bei den Christdemokraten aus. Partei- und Fraktionschef Gerhard Nörenberg: „Die CDU wird am 27. Januar 2020 eine Aufstellungsversammlung durchführen. Dann wird der Bürgermeisterkandidat ebenso nominiert wie die Kandidaten für die Wahlbezirke der Kommunalwahl und der Kreistagswahl“.

SPD stellt Frank Mielke heute als Bewerber vor

Keinen Zeitplan in Richtung Bürgermeisterwahl gibt es bei den Piraten. Ratsmitglied Sascha Kursawe: „Bisher deutet allerdings nichts darauf hin, dass wir einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen.“

Von den Linken war bisher noch keine Stellungnahme zu bekommen. Damit bleibt die SPD die einzige Partei, die schon einen Kandidaten ins Rennen geworfen hat. Stadtkämmerer Frank Mielke stellt sich am Freitag bei einem Parteitag als Bewerber vor.

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