Blaulicht

Hattingen: Unfallfahrer bleibt weiter spurlos verschwunden

Zu einem Verkehrsunfall mit mehreren PKW und zum Brand eines Elektrofahrzeugs musste die Hattinger Feuerwehr ausrücken.

Zu einem Verkehrsunfall mit mehreren PKW und zum Brand eines Elektrofahrzeugs musste die Hattinger Feuerwehr ausrücken.

Foto: Jens Herkströter / Feuerwehr Hattingen

Hattingen  Ein Fahrer verschwindet nach einem Unfall in Hattingen. Die Polizei hat Hinweise auf ein mögliches Motiv. Feuerwehr löscht brennendes E-Mobil.

Zwei große Einsätze haben die Hattinger Feuerwehr am Dienstagabend über mehrere Stunden beschäftigt – einer war eine Premiere für die Wehr, der andere entwickelt sich zum Kuriosum und löste eine großangelegte Suche aus.

Um 18 Uhr wurde ein Verkehrsunfall auf der Isenbergstraße gemeldet. Unterhalb der Burg sind ein Dacia und ein Mercedes zusammengestoßen und wurden schwer beschädigt. Der 50-jährige Mercedes-Fahrer und seine 12-jährige Tochter blieben unverletzt, teilt die Polizei mit. Die Feuerwehr spricht von drei Insassen des Mercedes, die leicht verletzt wurden, aber nicht ins Krankenhaus mussten.

Fahrer flüchtet über Beifahrersitz

Laut Zeugenaussagen war der Fahrer des Dacia aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und in den Gegenverkehr geraten, berichtet die Polizei. Er selbst konnte zum Unfall aber nicht befragt werden – denn er ist verschwunden.

Zeuge berichten, der Fahrer sei über den Beifahrersitz aus dem Auto geklettert und zu Fuß in Richtung Tippelstraße geflüchtet. Feuerwehrleute beobachteten wenig später eine verdächtige Person im Wald oberhalb der Unfallstelle.

Suche mit Hubschrauber

Obwohl daraufhin zahlreiche Rettungskräfte die angrenzenden Straßen und Waldgebiete durchsuchten, fanden sie den Mann nicht. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Person ärztliche Hilfe benötigte, wurde auch ein Hubschrauber eingesetzt.

Doch auch das führte nicht zu dem Vermissten. Bisher konnte er nicht gefunden werden, wie Polizeisprecherin Sonja Wever auf Nachfrage am Mittwoch mitteilt. „Es wurden Ermittlungen an der Halter-Adresse aufgenommen“, sagt sie. Doch auch dort wurde niemand angetroffen. Polizeibekannt ist der Halter des Dacia offenbar nicht.

Hinweise auf möglichen Fahrer

Im Rahmen der Ermittlungen hält die Polizei auch den Kontakt zu Krankenhäusern in der Umgebung. „Wir haben aber bisher keine Erkenntnisse, dass der Fahrer so schwer verletzt sein könnte, dass er ein Krankenhaus aufsucht“, so Wever.

Auch am Donnerstag bleibt der Fahrer weiterhin verschwunden. Inzwischen habe die Polizei die Halterin des Unfallautos angetroffen, erklärt Polizeisprecherin Sonja Wever. "Die Dame weist darauf hin, dass ihr Lebensgefährte das Auto gefahren haben könnte. Der hat allerdings keine Fahrerlaubnis", sagt Wever. Wo er sich aufhält, ist auch am Donnerstagmittag noch nicht bekannt. Die Polizei ermittelt gegen den Unfallfahrer wegen Unfallflucht.

So wird der Fahrer beschrieben:

- ca. 40 bis 50 Jahre alt

- schlanke Statur

- ca. 1,80 Meter groß

- dunkle kurze Haare

Der Dacia wurde sichergestellt.

Brennendes Elektroauto an der Lindenstraße

Noch während der Aufräumarbeiten an der Isenbergstraße erreichte die Feuerwehr eine weitere Meldung, die zu einem aufwändigen Einsatz führte: An der Lindenstraße sollte ein Elektroauto brennen. Es war der erste Einsatz dieser Art für die Hattinger Feuerwehr und stellte die Retter vor besondere Herausforderungen.

Am Straßenrand brannte ein dreirädriges Elektro-Kleinkraftrad, wie die Polizei mitteilt. Als Brandursache gehen die Ermittler von einem technischen Defekt an der Batterie aus. Die Rauchsäule war bereits von Weitem sichtbar.

Akku bildet immer neue Hitze

Unter schwerem Atemschutz begann die Feuerwehr mit dem Löschen. „Aufgrund des Gefahrenpotenzials mussten die Einsatzkräfte hier besonders auf den Eigenschutz achten“, erklärt Feuerwehrsprecher Jens Herkströter.

So war der eigentliche Brand auch schnell gelöscht. Schwierig gestalteten sich die Nachlöscharbeiten: „Beim Brand eines Elektroautos entsteht die thermische Energie nicht nur an der Oberfläche, sondern im Inneren der verbauten Akkus“, erklärt Herkströter. Deshalb waren intensive Kühlmaßnahmen nötig, um den chemischen Prozess im Akku zu unterbrechen. „Kontrollen mit der Wärmebildkamera zeigten immer wieder eine deutliche Wärmeentwicklung sobald die Löschmaßnahmen unterbrochen wurden.“

Wasserbad für das E-Mobil

Schließlich musste eine Fachfirma anrücken, die ein „Wasserbad“ für das Fahrzeug bereitstellte. In einen Behälter, der mit mehreren Tausend Litern Wasser befüllt wurde, wurden die Überreste des Fahrzeugs gehoben. Nur so konnte der Akku dauerhaft gekühlt und ein weiteres Feuer verhindert werden.

Erster Brand eines E-Mobils in Hattingen

Auch wenn es der erste Brand eines Elektrofahrzeugs in Hattingen war, so waren die Einsatzkräfte gut hierauf vorbereitet. Im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung wurden auch diese Einsatzszenarien besprochen und geübt, so dass es hierzu auch entsprechende Einsatzkonzepte gibt, die heute Ihre Anwendung fanden.

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