Kirche

Hörspiel des Ruhrbistums über den Seligen Nikolaus Groß

Nikolaus Groß bei der Verkündung seines Todesurteils in Berlin am 15. Januar 1945

Nikolaus Groß bei der Verkündung seines Todesurteils in Berlin am 15. Januar 1945

Foto: WAZ / Archiv

Hattingen.  Das Ruhrbistum versucht, die Geschichte des Widerstandskämpfers Nikolaus Groß aus Niederwenigern mit einem Hörspiel lebendig zu machen.

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Das Ruhrbistum Essen veröffentlicht in 17 Folgen das Hörspiel „Nikolaus Groß – Unerschütterlich“. Die letzte Episode – alle haben eine Länge von etwa zehn bis 15 Minuten wird am 23. Januar 2020 präsentiert, dem 75. Todestag des seliggesprochenen Widerstandskämpfer aus Niederwenigern.

„Keiner soll sagen, er habe ja nichts geahnt...“, so das Bistum, das seine Beweggründe erklärt: „Wie der Widerstand gegen rechtsextremes Gedankengut und Nationalsozialismus vor 80 Jahren lief, als Menschen mit klarer Erkenntnis an einer angeblich ahnungslosen Gesellschaft abprallten und ihre Warnungen schließlich mit dem Tod bezahlen mussten, erzählt dieses Hörspiel. Es wird seit dieser Woche auf den gängigen Plattformen gestreamt (Spotify, Deezer) oder direkt unter unerschutterlich.bistum-essen.de.

Die Gedanken von Nikolaus Groß beim Schreiben seiner Briefe

Marschmusik, die von der Straße herüberweht, Wortfetzen einer Goebbels-Rede, die Gedanken von Nikolaus Groß beim Schreiben seiner Briefe aus der Gefängniszelle. Das Bistum hat sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des aktiven Arbeiters lebendig zu machen.

Nikolaus Groß wird am 30. September 1898 in Niederwenigern ge­boren. Er entwickelt sich zu einem Kämpfer für Freiheit und Frieden, widmet sein Leben der Familie und seinem Glauben. Als Chefredakteur der „Ketteler Wacht“, einem Organ der KAB schreibt er: „Wir lehnen als katholische Arbeiter den Nationalsozialismus nicht nur aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, sondern entscheidend aus unserer religiösen und kulturellen Haltung entschieden und eindeutig ab.”

Papst Johannes Paul II. spricht den Märtyrer im Oktober 2001 selig

Am 12. August 1944 wird Nikolaus Groß von der Gestapo verhaftet, er kommt nach Berlin-Plötzensee, wo ihn der Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 23. Januar 1945 wird Groß hingerichtet.

Papst Johannes Paul II. spricht den Märtyrer aus Niederwenigern am 7. Oktober 2001 auf dem Petersplatz schließlich selig.

Nikolaus Groß setzte sich unerschütterlich für andere Menschen ein

„Nikolaus Groß ist nicht nur ein Christ mit einer frommen Lebensgeschichte, sondern ein Mann, der sich in schweren Lebenszeiten unerschütterlich für andere Menschen einsetzte“, so Michael Dörnemann, Pastoraldezernent und Leiter des Hörspiel-Projekts im Ruhrbistum. „Schon früh hat er aus seiner christlichen Überzeugung heraus vor dem menschenverachtenden Vokabular und der Denkweise der Nationalsozialisten gewarnt.“

Das Hörspiel greife ein hochaktuelles Thema auf, könne ein Appell sein, aus der Geschichte zu lernen, nicht die gleichen Fehler zu machen wie damals. „Wir leben in Zeiten, wo es nicht wenige Menschen gibt, die vor allem in sozialen Medien menschenverachtendes Gedankengut und Hass verbreiten“ – eine „Verrohung der Sprache“, vor der auch Nikolaus Groß damals frühzeitig gewarnt habe, so Dörnemann.

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