Post-Ärger

Hunderte Weihnachtsbriefe sind in Hattingen verschwunden

Hildegard Neumann hat vor Weihnachten 43 Briefe in den Briefkasten an der Heggerstraße eingeworfen. Angekommen ist ihre Weihnachtspost bis heute nicht.

Foto: Fischer

Hildegard Neumann hat vor Weihnachten 43 Briefe in den Briefkasten an der Heggerstraße eingeworfen. Angekommen ist ihre Weihnachtspost bis heute nicht. Foto: Fischer

Hattingen.   Aus dem ganzen Hattinger Stadtgebiet melden Bürger, dass ihre Weihnachtspost nie ankam. Die Post geht dem jetzt nach, macht aber wenig Hoffnung.

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Hunderte Briefe, die vor Weihnachten in Hattingen aufgegeben wurden, sind verschwunden. Aus dem ganzen Stadtgebiet gibt es Beschwerden, dass die Weihnachtspost nicht angekommen ist. Die Post geht der Sache nach, eine Erklärung hat sie aber noch nicht.

„Ich bin total verärgert“, sagt Künstlerin Scarlett Neumann. 40 Briefe habe sie in den Briefkasten an der Thingstraße eingeworfen, angekommen ist keiner. Dabei war jeder mit großem Aufwand von der Künstlerin gestaltet worden. Auch Andreas Franke verschickte an seine Kunden Grüße – von einem Briefkasten auf der Hegger­straße aus. Nur durch Zufall erfuhr er, dass auch diese die Empfänger nie erreicht haben. „Ich weiß auch von Anwälten, die wichtige Post verschickt haben. Man traut sich ja gar nicht mehr, was aufzugeben.“ Denn auch bei seiner Schwester seien 30 Briefe, die sie in Welper aufgegeben hatte, verschwunden.

Anderthalb Wochen vor Weihnachten eingeworfen

Hildegard Neumanns Weihnachtspost aus der Innenstadt – 43 Briefe – erreichten ihr Ziel nicht und auch aus Holthausen, Blankenstein und anderen Stadtteilen berichten Bürger davon, dass die Briefe, die schon eine oder anderthalb Wochen vor Weihnachten eingeworfen wurden, verschwunden sind.

„Wir haben sehr viele Beschwerden bekommen. So hatten wir das noch nie“, bestätigt Gabriele Reinholz von der Post-Agentur in Welper. Tun kann auch sie nichts – außer, bei der Post nachzufragen.

Post spricht von „leicht erhöhter Reklamationsrate“

Deren Sprecher Dieter Pietruck spricht von einer „leicht erhöhten Reklamationsrate“. Allerdings wisse er auch nicht, ob sich jeder betroffene Kunde gemeldet habe. Normalerweise jedenfalls müssten Briefe ihr Ziel innerhalb eines Tages erreichen. Er rät jedem, dessen Sendungen nicht angekommen sind, sich bei der Post zu melden. Große Hoffnungen, dass die Briefe wieder auftauchen, kann er aber nicht machen. „Bei Briefen gibt es keinen Nachweis über die Ein- und Auslieferung. Deshalb ist es schwierig, den Verbleib zu ermitteln“, erklärt Pietruck.

Man prüfe derzeit aber die ganze Sendekette, vom Briefkasten über die Sortierstation bis zum Fahrdienst. „Rückstände gibt es jedenfalls nicht, es liegen also keine Stapel noch in der Sortieranlage rum“, betont der Postsprecher.

Kunden wie Andreas Franke bekamen unterdessen die Rückmeldung, sie sollten alle Adressen und wann und wo die Briefe aufgegeben wurden an die Post melden. „Das ist ein Riesenaufwand. Ich habe ja nicht alle Briefe an einem Tag eingeworfen“, sagt er. Vor allem aber vermisse er eine Entschuldigung der Post.

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