Hattingen historisch

Nach dem Spaziergang ging’s in die gute Stube

Panoramablick vom Bismarckturm (1962): vorn die entstehende Südstadt, hinten die Henrichshütte mit Gasometer und Hochofen.

Panoramablick vom Bismarckturm (1962): vorn die entstehende Südstadt, hinten die Henrichshütte mit Gasometer und Hochofen.

Foto: Sammlung Gerhard Wojahn

Hattingen.  Heimatfreund Gerhard Wojahn beschäftigt sich diesmal mit dem Schulenberg. Am Ein- bzw. Ausgang gibt es die Schulenburg, unter der ein Tunnel verläuft. Tolle Aussichten bietet der Bismarckturm.

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Mein Vater machte während seiner bis zum Jahr 1933 andauernden Arbeitslosigkeit mit seinen drei Kindern gern einen Spaziergang durch den Schulenberg. Genau dieses Ziel steuerte auch ich in meinem Rentenzeitalter oft an.

Schulenburg

Vor dem Restaurant Schulenburg fallen mir Vaters damalige Erläuterungen ein: Das Waldrestaurant wurde 1902 durch die Stadt erbaut. Betuchte Bürger, die sich eine gute Stube für die Stadt wünschten, hatten mit namhaften Beträgen den Bau ermöglicht. Im Jahre 1905 wurde der große Saal angebaut. Eine breite Freitreppe führte vom Schützenplatz hinauf zum Park vor dem Ausflugslokal. Dort steht der Gedenkstein, der an die Stadtgründung 1396 erinnerte. Das Denkmal wurde am 18. Oktober 1896 durch Bürgermeister Falke anlässlich der 500-Jahr-Feier eingeweiht.

Im Saal der Schulenburg fielen die zwei großen gusseisernen Kanonenöfen auf. Neben ihrer Funktion als Wärmequelle dienten sie auch als dekoratives Element. Hier fanden festliche Veranstaltungen, Jubiläen und Hochzeiten statt. In den Jahren nach dem Krieg spielte dort die Kapelle Pasternak zum Tanz auf. Bei besonderen Anlässen parkten oft mehrere Kutschen auf dem Schützenplatz. Die alte Schulenburg wechselte im Laufe der Jahre mehrfach den Besitzer.

Schulenberg-Tunnel

Tief unter dem Gebäude führte die Eisenbahnstrecke Hattingen-Wuppertal durch den Schulenberg-Tunnel. Es war damals ein Erlebnis, wenn die schwere Dampf-Lokomotive den Güterzug von 40 mit Kohlen beladenen Waggons die Steigung nach Sprockhövel bewältigen musste. Hatte die Lok den Tunnel verlassen, quoll noch lange Dampf und Rauch aus der Tunnelröhre zum Himmel.

Bismarckturm

Der leicht ansteigende Fußweg vom Schützenplatz durch den Hattinger Stadtwald zum Bismarckturm erfreut sich bei den Wanderern großer Beliebtheit.

Nach dem Tod des ersten deutschen Reichskanzlers Otto Fürst von Bismarck wurde vom Rat der Stadt Hattingen im Jahre 1899 beschlossen, einen Aussichtsturm auf dem Felsen Hohenstein im Schulenberg (182 m über NN) zu errichten. Baupreis 8000 Mark. Den Anstoß gab eine Spende von 1000 Mark des Kaufmanns Robert Hill anlässlich seiner Wahl zum Bürgermeister. Zu Bismarcks Geburtstag am 1. April 1901 wurde der aus Ruhrsandstein errichtete elf Meter hohe Turm eingeweiht.

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