Bügeleisenhaus

Streitobjekt am Bügeleisenhaus erfüllt seinen Zweck

Künstler Stephan Marienfeld aus Hattingen entfernt sein Kunstobjekt „Dislike“ am Bügeleisenhaus in der Altstadt.

Künstler Stephan Marienfeld aus Hattingen entfernt sein Kunstobjekt „Dislike“ am Bügeleisenhaus in der Altstadt.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Kunst-Einsatz in der Altstadt: Künstler Stephan Marienfeld, Heimatverein und Feuerwehr Hattingen haben sich um ein Ärgernis gekümmert.

Für die einen war es ein Hingucker, ein wertvolles Stück Kunst im öffentlichen Raum; für die anderen war es ein Ärgernis, eines, das Anlass für etliche­ Schimpftiraden gewesen ist: Drei Jahre lang hing das „Dislike“ des Hattinger Künstlers Stephan Marienfeld am Bügeleisenhaus – jetzt ist es weg.

Der Leiterwagen der Feuerwehr sorgt während der Marktzeit am Dienstagvormittag für Aufsehen, ganz genau wie es das Kunstwerk seit der Fachwerk-Ausstellung im Jahr 2016 getan hat. Was ist hier los? Das fragen die Passanten, die stehen bleiben. Andere haben beim Vorbeigehen Fragenzeichen im Gesicht. „Das ist eine Anleiter-Übung“, erklärt Feuerwehrmann Jens Herkströter. Eine, die mit einer praktischen Aufgabe verbunden wird.

Im Korb des Leiterwagens geht es nach oben

Denn im Korb des Leiterwagens wird Stephan Marienfeld an der Fassade des Bügeleisenhauses hochgefahren. Mit ein paar Handgriffen entfernt er sein „Dislike“, packt es vorsichtig auf eine Umzugsdecke. Die mit grellgelbem Lack überzogene Poly­ester-Skulptur verschwindet. Nichts stört mehr an der Fassade, sagen die einen; warum nur, das hat doch so gut gepasst, fragen indes die anderen.

„Im Jahr 2016 haben wir uns entschlossen, das Werk für ein Jahr aufzuhängen“, sagt Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr, „wir haben es dann doch zwei Jahre länger hängen lassen.“ Der Heimatverein als Besitzer des Bügeleisenhauses präsentierte damals eine Fachwerk-Ausstellung. „Und das ,Dislike’ sollte den Blick fürs Fachwerk schärfen, die Betrachter sollten sich damit beschäftigen – und diesen Zweck hat es voll und ganz erfüllt“, so Friedrich.

Jede Woche kamen aufgeregte Bürger ins Bügeleisenhaus

An jedem Wochenende seien aufgeregte Bürger ins Haus gekommen „und haben mächtig geschimpft, wie man so ein historisch markantes Gebäude so verschandeln kann“. Auch im Heimatverein selbst gab es verschiedene Meinungen zum Objekt.

Was ist ein „Dislike“, was bedeutet das, fragt eine Passantin. „Es möchte nicht da sein“, erklärt Stephan Marienfeld. Etwa 30 gebe es weltweit, berichtet der Künstler, der im Hügelland lebt, zwei davon werden zurzeit auf der Biennale in Venedig gezeigt. In Hattingen hängt aktuell noch eins seiner Werke bei der HWG, ein weiteres in der Volksbank. Das „Dis­like“ am Bügeleisenhaus war seine öffentlichkeitswirksamste Arbeit.

Feuerwehr zieht positive Bilanz ihrer Übung

Wo das abgehängte Streitobjekt nun landet, ist offen. „Ich weiß es noch nicht, aber vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Interessenten, der sich jetzt meldet “, sagt Marienfeld, nachdem ihn die Feuerwehr wieder zu Boden gelassen hat. Für die Einsatzkräfte war die Übung ein Erfolg: „Wir haben gesehen, dass wir auch tagsüber schwer zugängliche Gebäude und Fenster in der Altstadt erreichen können“, bilanziert Jens Herkströter.

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