Gastronomie

Wirte in Hattingen halten Reservierungsabsage für falsch

Bekannt ist das Gasthaus und Hotel Kost in Hattingen. Nun hat sich ein Bürger ärgert, weil seine Reservierung abgesagt wurde, nachdem er gesagt habe, er käme mit Russisch sprechenden Gästen.

Bekannt ist das Gasthaus und Hotel Kost in Hattingen. Nun hat sich ein Bürger ärgert, weil seine Reservierung abgesagt wurde, nachdem er gesagt habe, er käme mit Russisch sprechenden Gästen.

Foto: Walter Fischer/FUNKE FOTO SERVICES

Hattingen.  Die Absage der Reservierung einer russischen Gruppe im Gasthaus an der Kost halten Wirte in Hattingen für falsch. Folgen hat sie aber nicht.

Die Absage der Reservierung einer russischen Gruppe im Gasthaus an der Kost wird ohne Folgen bleiben. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) schaltet sich in den Fall nicht ein. Heinz Bruns, der beim Dehoga Westfalen dem Präsidium angehört, findet die Vorgehensweise des Gasthauses allerdings nicht nachvollziehbar.

„Wenn es wirklich so gewesen ist, dass einer Gruppe aufgrund ihrer Nationalität die Reservierung storniert wurde, ist das sehr bedenklich“, sagt Heinz Bruns, der auch Inhaber der Burgstuben Haus Kemnade ist. Schwierigkeiten mit Gruppen anderer Herkunft habe man selber noch nie gehabt, so Bruns. Deshalb sei so ein Vorgang äußerst verwunderlich.

Mails mit Anmeldungen werden nicht überprüft

Auch finanziell ergebe so etwas keinen Sinn. „Ein Wirtschaftsunternehmen lebt ja nicht von Absagen“, erklärt Bruns. „Eine mögliche Erklärung für ein solches Verhalten habe ich also nicht.“

Das Haus Kemnade nehme auch Reservierungen via Mail an, da wisse man immer nur den Namen. Weitere Überprüfungen gebe es nicht, so Bruns.

Nationalität darf kein Absagegrund sein

Auch andere Restaurants in Hattingen können den Vorgang, wie er vom Betroffenen Dennis Kleiner geschildert wurde, nicht verstehen. Probleme mit größeren Gruppen und Gruppierungen mit ausländischer Herkunft hat kein Restaurant bisher gehabt.

„Wir richten natürlich nicht jede Feierlichkeit aus, aber das hängt nur von der Art der Feier ab, die zu unserem Haus passen muss. An der Nationalität oder der Sprache hat eine Absage noch nie gelegen“, sagt Bernd Stegemann, Betriebsleiter von Diergardts „Kühler Grund“. Man haber schon häufig polnische Hochzeiten ausgerichtet und es habe nie Schwierigkeiten gegeben, so Stegemann.

Alle Gäste haben sich ordentlich benommen

Ähnliche Erfahrungen hat auch Margot Steenblock, Inhaberin des Restaurants Waldhof, gemacht. „Bislang haben sich alle Gäste bei uns ordentlich benommen, egal, ob sie deutsch, polnisch oder russisch gesprochen haben. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das mal ändert.“

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