Gerichtsurteil

Heiligenhauser Zuhälter wird zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein 29-jähriger Heiligenhauser wird vom Landgericht Wuppertal wegen Zuhälterei zu drei Jahren Haft verurteilt. Er hatte gestanden, Freundinnen zur Prostitution gezwungen zu haben.

Ein 29-jähriger Heiligenhauser wird vom Landgericht Wuppertal wegen Zuhälterei zu drei Jahren Haft verurteilt. Er hatte gestanden, Freundinnen zur Prostitution gezwungen zu haben.

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Wuppertal.  ein 29-Jähriger hatte gestanden, Freundinnen zur Prostitution gezwungen zu haben. Spekulationen von Anwältinnen wies der Richter jedoch zurück.

Ein 29-jähriger Heiligenhauser muss drei Jahre wegen Zuhälterei in Haft, sobald die Entscheidung des Landgerichts Wuppertal gegen ihn rechtskräftig wird. Der berufslose Mann hatte gestanden, ab Ende 2010 zwei gerade volljährige Partnerinnen zur Prostitution gebracht zu haben. Die Beziehungen seien teils parallel gelaufen. Er habe sie in westdeutschen Bordellen für sich arbeiten lassen. Die klare Ansage des Mannes sei gewesen: „Ich will eine Freundin, die für mich anschafft.“

Der Angeklagte hatte zugegeben, dass er den Lohn der Frauen für sich behalten habe, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Zuvor habe er Geld nur von seinen Eltern und vom Jobcenter bekommen. Im Verfahren hatten sich Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht vorab über Geständnis und mögliche Strafe geeinigt. Dadurch brauchten die Frauen nicht auszusagen. Der Angeklagte soll eine von ihnen sogar im Gesicht gepackt haben, um ihr klar zu machen: „Du gehst arbeiten.“ Die andere habe er gedrängt, so dass sie ins Bordell ging statt in die Schule. Sie sollen Angst gehabt haben, weil er eine Rockergruppe unterstützt habe. 2014 floh eine Geschädigte nach einem Übergriff. Die andere soll sich vorher von ihm getrennt haben.

Das Geständnis bestätigte alle Anklagepunkte

Nicht durchsetzen konnten sich die Anwältinnen der Frauen, die mit der Staatsanwältin eine ein Jahr höhere Strafe gefordert hatten: Die jüngere Frau habe den Angeklagten abgöttisch geliebt. Die ältere sei wegen Handy-Schulden in einer Zwangslage gewesen und habe sich geschämt. Der vorsitzende Richter verdeutlichte: „Wir haben das zugrunde gelegt, was er angegeben hat. Nicht mehr und nicht weniger.“ Das Geständnis bestätige alle Anklagepunkte. Der 29-Jährige habe seinen volljährigen Freundinnen von Anfang an klar gesagt, was er von ihnen wollte. Er habe sie nicht emotional abhängig und gefügig gemacht, wie bei der sogenannten Loverboy-Methode. Der Richter fügte hinzu: „Wenn man mehr nachweisen wollte, müsste man die Zeugen holen – und wahrscheinlich noch weitere Personen. Das würde für die Geschädigten sehr, sehr belastend werden.“

Zurück wies der Richter auch Spekulationen, wer die drei Anwälte für den angeblich mittellosen Angeklagten zahlt: „Vielleicht ist es die Familie, vielleicht Hells Angels oder ‚Clan 81‘. Wir wissen es nicht, und es ist wirklich egal.“

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