Ehrenamt

„Wellcome-Engel“ hilft jungen Eltern in Heiligenhaus

Meike Lübcke (links), ehrenamtlicher „Wellcome-Engel“, unterstützt die Heiligenhauserin Grit Stuckert zweimal in der Woche bei der Betreuung ihrer acht Monate alten Zwillinge Alexander (links)) und Johannes.

Meike Lübcke (links), ehrenamtlicher „Wellcome-Engel“, unterstützt die Heiligenhauserin Grit Stuckert zweimal in der Woche bei der Betreuung ihrer acht Monate alten Zwillinge Alexander (links)) und Johannes.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  „Wellcome“ unterstützt, wenn junge Heiligenhauser Eltern in Krisen geraten. Die Hilfeleistungen sind individuell, flexibel und vielschichtig.

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Die Kamera von WAZ-Fotograf Uwe Möller findet der kleine Alexander ziemlich spannend, mit großen Augen beobachtet er neugierig, was genau passiert, aufgeregt fuchtelt er mit seinen Ärmchen herum, quietscht vor Vergnügen. Bruder Johannes rollt auf dem bunten Teppich hin und her, stopft sich den weichen Softball gegen den Mund. „Sind sie nicht süß?“, fragt Meike Lübcke und strahlt die Babys an. Seit der Geburt der Zwillinge vor acht Monaten kommt Meike Lübcke zweimal die Woche als „Wellcome-Engel“ zu Familie Stuckert und kümmert sich um die Kinder. Für Mutter Grit eine unersetzliche Hilfe.

Seit Geburt der Zwillinge unterstützt Meike Lübcke ehrenamtlich die Familie

„Das fing schon direkt nach der Geburt an, die Kinder sind sechs Wochen zu früh geboren, und weil Alexander um einiges mehr wog als Johannes, durfte ich mit ihm eher nach Hause. Dort hatte ich aber das

Problem, dass ich nicht wusste, wer auf ihn aufpassen sollte, während ich zu Johannes ins Krankenhaus fuhr. Mein Mann musste arbeiten, Großeltern haben wir auch nicht in der Nähe. Ich hatte Gott sei dank von dem „Wellcome“-Projekt gehört und hatte dann sofort die Unterstützung von Meike.“

Die Ehrenamtlerin hat mittlerweile Alexander auf dem Schoß, vertrauensvoll kuschelt das Baby sich an sie, patscht mit dem Händchen in ihrem Gesicht herum. „Wir haben eine ganz innige Bindung“, beschreibt es die Velberterin, „jedes Mal wenn ich komme, lachen sie mich an und sind ganz aufgeregt.“ Mama Grit kann das nur bestätigen. „Meike geht bei Wind und Wetter mit den beiden spazieren, und wenn ich sie dafür fertig mache, sind sie immer schon ganz aufgeregt.“

Als Vierfachmama bleibt Grit Stuckert kaum Zeit für sich selbst

Für die 38-Jährige sind ihre Zwillinge nicht die ersten Kinder – gemeinsam mit ihrem Mann hat sie bereits Sohn Nicolas, drei Jahre, und Tochter Nina, sechs. Zeit für sich selbst habe sie eigentlich nie, erzählt die Vierfachmutter und: eine Großfamilie sei etwas sehr Schönes, aber manchmal eben auch extrem anstrengend. „Es gibt Zeiten, da räume ich auf und erledige irgendwelche Unterlagen, wenn Meike kommt, aber manchmal lege ich mich auch einfach auf die Couch, weil ich total kaputt bin.“

Individuelle Unterstützung durch den „Wellcome-Engel“

Genau hier setzt das bundesweite Projekt „Wellcome“ an. Ziel ist es, Müttern im ersten Lebensjahr ihres Babys individuelle Unterstützung zu geben, genau in der Form, in der sie diese gerade benötigen. „Das kann – wie in diesem Fall – einfach die Betreuung der Kinder sein, es kann aber auch bedeuten, dass die ehrenamtliche Helferin sich um die älteren Kinder kümmert oder der Mutter in Krisen einfach nur zuhört“, erläutert Claudia Schmidt vom SKFM Velbert/Heiligenhaus, in dessen örtlicher Trägerschaft das Projekt „Wellcome“ liegt.

Der Umgang mit Babys macht die Ehrenamtlerin glücklich

Die beiden kleinen Jungs sind mittlerweile in warme Anzüge gepackt, haben Mützchen auf; Mama Grit legt sie in den Doppelkinderwagen. „Wellcome“-Engel Meike zieht sich ihre Jacke an – die Sonne scheint, die Ausfahrt kann losgehen. „Ich habe das Nordic Walking aufgegeben, seit ich diese Arbeit mache“, sagt die Helferin und lacht, „ich genieße es einfach, mit den Kleinen durch die Gegend zu fahren, viel mehr als ich es damals bei meinen eigenen Kindern getan habe.“ 26 und 27 Jahre sind Sohn und Tochter, seit 2012 engagiert sich die gelernte Arzthelferin ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen. „Diese Tätigkeiten geben mir unheimlich viel, gerade der Umgang mit Babys macht mir riesig viel Freude.“

Nach dem „Wellcome“-Projekt kommen Leihomas zum Einsatz

Demnächst müssen sich Meike Lübcke, die Zwillinge, aber auch der Rest der Familie Stuckert langsam voneinander entwöhnen; nach dem ersten Jahr läuft das Projekt aus. Neue, junge Eltern brauchen die Unterstützung eines „Wellcome-Engels“. „Das bedeutet aber nicht, dass wir etwa die Familie Stuckert jetzt im Regen stehen lassen“, informiert Claudia Schmidt, „wir haben ja zum Beispiel noch unsere Leihomas, die wir dann entsprechend vermitteln können.“

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