Umwelt

Projekt Stadtbaum startet in Hemer durch

Für die Stieleiche im Park zwischen Bücherei und Türmchenvilla wurde die erste Patenschaft in Hemer übernommen. Ulrich Muschiol (SIH, v. li.), Bürgermeister Michael Heilmann, SIH-Leiter Axel Raue, Dr. Christian Wingendorf, Eckehardt Schröder (SIH) und Felix Mohri von der Wirtschaftsförderung sehen das als gutes Zeichen.  

Für die Stieleiche im Park zwischen Bücherei und Türmchenvilla wurde die erste Patenschaft in Hemer übernommen. Ulrich Muschiol (SIH, v. li.), Bürgermeister Michael Heilmann, SIH-Leiter Axel Raue, Dr. Christian Wingendorf, Eckehardt Schröder (SIH) und Felix Mohri von der Wirtschaftsförderung sehen das als gutes Zeichen.  

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Die Sparkasse Märkisches Sauerland Hemer-Menden hat die erste Patenschaft eines Stadtbaum übernommen.

Die Trockenheit der vergangenen Jahre war vor allem für die Stadtbäume eine schwere Zeit. Im Gegensatz zu den Bäumen im Wald sind sie meist eingetopft, benötigen mehr Wasser und sind mehreren Stressfaktoren ausgeliefert. In Iserlohn und Hemer sind deswegen mehr als 100 Stadtbäume im vergangenen Jahr abgestorben. Mit der Aktion Stadtbaum will sich der Märkische Stadtbetrieb Iserlohn Hemer (SIH) mit der Hilfe der Kommunen und der Bürgerschaft diesem Problem stellen. Bürger und Unternehmen können für einzelne Bäume Patenschaften übernehmen. Die erste Patenschaft für einen Baum in Hemer hat am Donnerstag die Sparkasse Märkisches Sauerland Hemer-Menden übernommen.

Ähnliche Idee hat schon vor zehn Jahren funktioniert

Das Projekt Stadtbaum startet in Hemer
Das Projekt Stadtbaum startet in Hemer

Mit einem Akkuschrauber dreht Dr. Christian Wingendorf von der Sparkasse die Plakette auf die Steele vor dem Baum. Die noch junge Stieleiche im Park zwischen Bücherei und Türmchenvilla hat etwas bessere Voraussetzungen als Bäume an Straßenrändern. Die Wurzeln können sich auf der Wiese ausbreiten. Für Christian Wingendorf ist vor allem die Nähe des Baumes zu seinem Arbeitsplatz wichtig. „Wenn man die Patenschaft für einen Baum übernimmt, dann will man auch darauf aufpassen“, sagt er.

Und auch darum geht es bei dem Projekt der Kommunen und dem SIH. Die Bürger sollen sich mit den Stadtbäumen identifizieren und eine Bindung zu den Pflanzen aufbauen. Eine ähnliche Aktion gab es auch schon vor zehn Jahren im Rahmen der Landesgartenschau. Paten für 200 Bäume wurden gefunden, wie sich Christian Wingendorf erinnert. „Das hat sehr gut geklappt“, sagt das Mitglied im Sparkassenvorstand. Auch heute noch weisen die Plaketten an den Bäumen im Sauerlandpark auf die damaligen Paten hin.

Damals haben die Bürger 500 Euro für eine Patenschaft bezahlt. Bei den Stadtbäumen ist die Patenschaft für Privatpersonen etwas günstiger. Sie zahlen 300 Euro. Unternehmen müssen dagegen 500 Euro für die Patenschaft bezahlen. „Das ist aber mehr ein symbolischer Preis“, erklärt Finanzexperte Wingendorf.

Die eigentlichen Kosten für den Baum sind höher. Die zehn bis elf Jahre alten Bäume, die bis zu ihrem Stammumfang von 18 bis 20 Zentimetern in der Baumschule dreimal verpflanzt wurden, kosten etwa 1000 Euro. Hinzu kommt dann noch die vor allem in den ersten fünf Jahren aufwendige Pflege der Straßenbäume.

Axel Raue, Leiter des SIH, sieht in den Stadtbäumen einen besonderen Wert für die Bürger und das Stadtklima. „Während sich die Gebäude aufheizen, sorgen die Bäume für Verdunstungskälte“, sagt er. Besonders in der Sommerzeit sieht er, dass die Leute lieber nach draußen gehen als in den stickigen Wohnungen zu bleiben. „Das öffentliche Grün wird intensiv genutzt“, so Raue.

Unter normalen Umständen werden die Stadtbäume über Steuergelder bezahlt. Mit der Unterstützung durch die Bürger erwartet Raue aber nicht nur einen finanziellen Zuschuss zum Baumbestand der Felsenmeerstadt. „Es ändert sich auch das Bewusstsein in Hemer, wenn die Bürger die Stadtbäume unterstützen“, erklärt der Leiter des Stadtbetriebs. Eine stärkere Wertschätzung der Natur und eine persönliche Bindung zum Baum gehe damit einher.

In Hemer gibt es aktuell rund 30 Stadtbäume, die für eine Patenschaft in Frage kommen. Weitere sollen aber hinzukommen. Der SIH hat ein Stadtbaumkonzept entwickelt, das der Betrieb in den kommenden Jahren weiter umsetzen will. Vor allem Bäume, die den veränderten Klimabedingungen standhalten können, sollen präsenter werden. Auch neue Schädlinge wie die Miniermotte und den Eichenprozessionsspinner berücksichtigt der SIH.

Trockenheitsresistente Artensollen das Stadtbild bereichern

„Wir haben uns überlegt, welche Bäume wir wo anpflanzen können. Kastanien werden zum Beispiel durch die Miniermotte bedroht“, schildert Axel Raue. Zudem achtet der SIH darauf, dass die Bäume zusammenpassen. In eine Allee mit Kirschbäumen sollen zum Beispiel weiterhin Kirschbäume angepflanzt werden – schon wegen der schönen Kirschblüten. In der Regel sollen aber trockenheitsresistente Bäume wie bestimmte Lindenarten, Verwandte der Eberesche oder Gleditschien angepflanzt werden. Bürgermeister Michael Heilmann unterstützt die Aktion ebenfalls: „Wir waren schon immer eine sehr grüne Stadt“, sagt er.

Ein kleines Video mit dem Baumpaten Dr. Christian Wingendorf finden Sie auf www.ikz-online.de.

Interessierte, die eine Patenschaft übernehmen möchten, können sich an die SIH-Mitarbeiter Ulrich Muschiol (Bereichsleitung und Grünanlagen) unter 02371/217-2850, und Eckehardt Schröder(Stadtbildpflege, Grünflächen, Parkanlagen,Spielplätze, Sportstätten) unter 02371/217-2839, wenden. Erreichbar sind sie auch per Mail an patenschaft@sih-online.de.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben