Feuerwehr

Rund 950 Liter Diesel für Katastrophen und lange Einsätze

Peter Böckelmann (li.), stellvertretender Leiter der Wache, und Andreas Schulte von der Einsatzplanung stehen vor dem neuen Tankanhänger der Feuerwehr. 

Peter Böckelmann (li.), stellvertretender Leiter der Wache, und Andreas Schulte von der Einsatzplanung stehen vor dem neuen Tankanhänger der Feuerwehr. 

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Die Feuerwehr hat sich einen Tankanhänger angeschafft. Dieser soll vor allem bei langen Stromausfällen die Versorgung sichern.

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Mit einem neuen Tankanhänger hat sich die Feuerwehr nun für den Ernstfall vorbereitet. Wenn der Strom ausfällt oder es zum Katastropheneinsatz kommt, können die Einsatzkräfte nun auf einen Tank mit rund 995 Litern Diesel zurückgreifen. Dieser kann für den Betrieb der Löschfahrzeuge oder der Netzersatzanlage, einer Art Notstromaggregat, an der Wache verwendet werden.

„Wenn es zu einer kritischen Infrastruktur, also zum Beispiel zu einem flächendeckenden Stromausfall kommt, dann müssen wir funktionieren“, erklärt Peter Böckelmann, stellvertretender Leiter der Feuer- und Rettungswache die Notwendigkeit des Tankanhängers. Käme es tatsächlich für mehrere Tage zu einem Stromausfall, würde dies, so Böckelmann, erhebliche Folgen für die Bürger der Stadt haben. „Wir sind so an die Technik gewöhnt, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, wie es ohne läuft“, sagt er.

Löschfahrzeug verbraucht auch im Stand viel Diesel

So würden die mit Strom betriebenen Zapfanlagen an den Tankstellen nicht mehr funktionieren, weswegen ein Nachtanken der Löschfahrzeuge nicht ohne weiteres möglich wäre. Auch das Mobilfunknetz würde, so Böckelmann, nach ein paar Stunden ausfallen, so dass die Stadt ohne Telekommunikation dastehen würde. Er empfiehlt den Bürgern, für solche Fälle vorzusorgen. Tipps gebe es auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (bbk) unter der Seite www.bbk.bund.de.

Allerdings soll der Tankanhänger nicht nur im Katastrophenfall aus der Wache fahren. Auch bei lange dauernden Einsätzen kann der Tankwagen helfen. Die Löschfahrzeuge verbrauchen Treibstoff, auch wenn sie am Einsatzort stehen. Für die Bewegung der Drehleiter oder die Bedienung der Pumpe ist die Feuerwehr beispielsweise auf Strom angewiesen. Der Tank eines regulären Löschfahrzeugs umfasst etwa 125 Liter. Mit einer Füllung könnte der Wagen laut Böckelmann etwa drei Stunden laufen.

Zusätzlichen Diesel haben die Feuerwehrleute zum Beispiel beim rund siebenstündigen Einsatz nach den Explosionen in einer Gartenhütte in Westig im Mai benötigt, wie es Andreas Schulte, bei der Feuerwehr für die Einsatzplanung und -vorbereitung zuständig, erzählt. „Damals mussten wir den Tank mit Kanistern auffüllen. Das war eine Sauerei“, erklärt der Feuerwehrmann. Mit einem Tankanhänger wäre dies einfacher möglich gewesen. Mit der Tankpistole hätten die Fahrzeuge wiederbefüllt werden können.

Aber auch andere Wachen im Kreisgebiet wollen die Hemeraner bei längeren Einsätzen unterstützen. „Wenn es in Altena zum Beispiel zu einem Waldbrand kommt, können wir mit dem Tankanhänger zur Versorgung beitragen“, nennt Schulte ein Beispiel. Ein Tankanhänger dieser Art sei im Kreisgebiet bisher einmalig.

Verbrauchter Treibstoff muss dokumentiert werden

Bisher ist der Anhänger noch nicht einsatzbereit, obwohl die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Es müssen aber noch einige Mitarbeiter mit der Anwendung des Wagens betreut werden. Die Bedienung des Anhängers sei zwar leicht. „Es geht aber auch um die Dokumentation. Abgefüllter Diesel muss ja schließlich auch bezahlt werden“, sagt Andreas Schulte. Die Anschaffung des Tankanhängers hat laut Feuerwehr rund 10.000 Euro gekostet.

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