Umwelt

Auto im Hengsteysee versenkt: Umweltsünder droht hohe Strafe

Die DLRG untersuchte mit Booten die Umgebung auf weitere Wrackteile im Hengsteysee.

Die DLRG untersuchte mit Booten die Umgebung auf weitere Wrackteile im Hengsteysee.

Foto: DLRG Hagen

Herdecke.   Bis zu 10.200 Euro Strafe drohen demjenigen, der ein Auto zersägt und im Hengsteysee entsorgt hat. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Das war ein besonderer Einsatz für die Kräfte von DLRG, Feuerwehr und Polizei. Gemeinsam bargen sie am Sonntagnachmittag die Überreste eine Autowracks aus dem Hengsteysee.

Darauf aufmerksam geworden war eine Bootsbesatzung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Sie war routinemäßig auf dem Hengsteysee zwischen dem Koepchenwerk und dem Schiffswinkel unterwegs, als ihr Teile des Fahrzeug auffielen. Daraufhin wurde umgehend die Freiwillige Feuerwehr Herdecke alarmiert, die einen Wasserrettungszug hat. Sie kam mit einem Großaufgebot zum See, denn das Einsatzstichwort lautete „PKW im Wasser“.

Bergung von Land- und Wasserseite

Somit war die Bandbreite dessen, was die Feuerwehrleute dort erwarten könnte, groß. Beim Eintreffen gab es aber schnell Entwarnung: Bei dem PKW handelte es sich um ein Autowrack, in dem keine Menschen waren. „Augenscheinlich wurden die Fahrzeugteile mit einer Flex so zerkleinert, dass sie besser transportiert und entsorgt werden konnten. Bei dem Fahrzeug könnte es sich um einen alten VW Polo gehandelt haben“, so die Mitteilung der Polizei.

Trotzdem mussten die Teile aus dem Wasser geholt werden. „Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die PKW-Teile im Zusammenhang mit einer anderen Straftat stehen. Aus diesem Grund mussten die Teile aus dem Wasser geholt werden“, so die Polizei weiter.

Daher wurde die Bergung des Wracks gleich von zwei Seiten angegangen. Ein Wasserretter der Herdecker Wehr begann im flachen Ufer mit der Bergung der ersten Teile, während sich parallel zwei Taucher der Berufsfeuerwehr Witten für einen Einsatz vom Herdecker Feuerwehrboot aus bereit machten.

Nicht alle Wrackteile konnten geborgen werden

Gemeinsam konnten die Einsatzkräfte, teilweise auch unter Zuhilfenahme eines Krans am Feuerwehrfahrzeug, die obere Hälfte eines Fahrzeuges sowie den Rahmen eines Motorrades und weitere kleinere Schrottteile bergen. Die Einsatzkräfte der DLRG Hagen erkundeten derweil die weitere Umgebung mit zwei Booten. Fast drei Stunden verbrachten die Einsatzkräfte vor Ort, doch nicht alle Teile des Wracks konnten geborgen werden. Sie sollen im Laufe der nächsten Tage geholt werden.

Ein wenig Glück im Unglück gab es zudem, als die Feuerwehrleute feststellten, dass sich keine Betriebsmittel im Wasser ausgebreitet hatten. Die Fahrzeugteile wurden von der Feuerwehr im Auftrag der Polizei sichergestellt. Die hat inzwischen die Ermittlung wegen der Verunreinigung von Gewässern aufgenommen, hat aber bisher noch keine Hinweise auf den Umweltsünder.

„Dass sich zu den Fahrzeugteilen ein Halter zuordnen lässt, ist eher unwahrscheinlich“, erläutert Polizeisprecherin Sonja Wever auf Nachfrage. „Die Teile sind unter Umständen einem Fahrzeugtyp zuzuordnen, aber auch nur einem Serienmodell“, sagt sie. Doch vielleicht gibt es ja Zeugen, die in den vergangenen Tagen Verdächtiges an dem Standort gesehen haben, denn: „Dem Zustand der Teile nach haben sich diese noch nicht sehr lange in dem Wasser befunden“, sagt die Polizeihauptkommissarin.

Häufige Müllentsorgung

Bei ihr sorgt das Autowrack weniger für eine Überraschung als viel mehr für Kopfschütteln, denn diese Art Dinge loszuwerden, kommt immer häufiger vor. „Müll wird leider sehr häufig in Wäldern und Gewässern entsorgt. Bei den Bauarbeiten am Obergraben und bei der Entleerung der Glörtalsperre ist dies nochmal deutlich geworden. Fahrräder, Roller und andere Gegenstände werden einfach im Wasser entsorgt“, sagt sie.

Es kann richtig teuer werden, wenn der Umweltsünder erwischt wird. Im Bußgeldkatalog NRW sind für das Vergehen „Feste Stoffe unbefugt in oberirdisches Wasser eingebracht“ unter dem Punkt „Altfahrzeuge“ 510 bis 10.200 Euro Strafe vorgesehen.

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