Zukunft

Wetter dreht auf beim Klimaschutz

Für heiße Sommertage: Ein Netzwerk von öffentlichen Trinkbrunnen soll laut Konzept  „die Flüssigkeitszufuhr der Bürgerinnen und Bürger gewährleisten und gesundheitliche Risiken wie Hitzeerschöpfung oder Hitzekrämpfe mindern.“

Für heiße Sommertage: Ein Netzwerk von öffentlichen Trinkbrunnen soll laut Konzept „die Flüssigkeitszufuhr der Bürgerinnen und Bürger gewährleisten und gesundheitliche Risiken wie Hitzeerschöpfung oder Hitzekrämpfe mindern.“

Foto: WP/WR

Wetter.   Neues Konzept bündelt Anstrengungen. Über 30 konkrete Vorschläge von LED-Leuchten bis zum Wassersparen. Hoffnung auf Klimaschutzmanager

Erst einmal geht es um Geld. Wenn der Rat dem integrierten Klimaschutzkonzept seinen Segen gibt, besteht Aussicht auf die fast vollständige Förderung einer Personalstelle für den Klimaschutz. Gibt es diese Stelle erst, können davon ganz viele Impulse ausgehen. Damit gerät dann wieder die große Sache in den Blick: der Schutz des Klimas und die Rolle, die eine kleine Stadt wie Wetter und deren Bürger bei dieser globalen Aufgabe spielen können.

Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg (SPD) will jedenfalls die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts ganz in das Zeichen des Klimaschutzes stellen. Er weiß, dass es in der Vergangenheit in Wetter schon viele Anstrengungen für den Klimaschutz gegeben hat. Die Lokale Agenda nennt er oder auch die Kooperation mit Wohnungsgesellschaften. Aber die verschiedenen Konzepte sind jetzt zu einem Gemeinsamen zusammengebunden worden. Und das hat nicht die Stadtverwaltung allein getan: Mehrfach sind Wünsche der Bürger erkundet worden, und so sollen die Wetteranerinnen und Wetteraner auch künftig den Schutz ihrer Umwelt mitgestalten und mittragen.

Anpassung an den Wandel

„Klimaschutz soll die zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung für die kommenden Jahre werden“, sagt Frank Hasenberg. Das ist eine Aufgabenbeschreibung für die örtliche Politik, aber auch für die eigene Mannschaft im Rathaus. Drei zentrale Handlungsfelder benennt dabei das Konzept, das jetzt im Fachausschuss vorberaten wurde und über das der Rat noch abstimmen muss. Um den Verbrauch von Wärmeenergie geht es vorrangig, um Strom und den Verkehr. Auf über 30 konkrete Maßnahmen kann Birgit Gräfen-Loer verweisen. Sie ist bei der Stadt Wetter zuständig für Stadtentwicklung.

Um Klimaanpassung geht es dabei beispielsweise, um die Frage, wie muss reagiert werden auf die Boten des Klimawandels. „Was heißt das etwa für die Feuerwehr“, fragt Bürgermeister Hasenberg. Die Planung von Gefahrenzonen für Hochwasser schlägt das Konzept hier vor, aber auch das Anlegen öffentlicher Trinkbrunnen in der Stadt.

Lademöglichkeiten fürs E-Bike

Beim Umbau der naturwissenschaftlichen Räume im Gymnasium ist auf neueste LED-Lichttechnik geachtet worden. Das kann fortgeführt werden. Dem Einsparen von Energie oder auch Wasser durch das bewusste Verhalten der Nutzer ist ein ganzes Aufgabenfeld gewidmet, ebenso dem Thema Mobilität. Schon bei der Umgestaltung des Stadtsaales wird es darum gehen, wo und welche Lademöglichkeiten für E-Bikes geschaffen werden.

Für die Stärkung des Klimaschutzes in der Stadt wird es keinen großartigen Finanzplan geben. Es geht mit den Worten des Bürgermeister darum, „den Klimaschutz noch stärker mitzudenken.“

>>>DER KOMMENTAR


Von Klaus Görzel

Der Bürger muss mitmachen


Klar, Klimaschutz ist ein globales Thema. Aber es lässt sich auch lokal ganz viel dafür tun, dass dieser Planet ein wenig länger bewohnbar bleibt und sich auch die Lebensbedingungen in Wetter nicht irgendwann dramatisch verschlechtern.

Das Hochwasser in Wengern oder die warmen Sommer an der Ruhr legen nahe, dass der Klimawandel in vollem Gange ist. Darauf kann man reagieren mit Wasserreservoirs für die Feuerwehr, aber auch mit vielen kleinen Maßnahmen zum Umdenken beim Energieverbrauch oder der Entsorgung.

Wenn der Bürgermeister den Klimaschutz zum Leitgedanken für die Stadtentwicklung eines ganzen Jahrzehnts machen will, ist das ein richtiges Zeichen.

Ein Klimaschutzmanager wird sicher dabei helfen, das Bewusstsein zu schärfen: bei Politikern, die bei Beschlüssen den Klimaschutz im Auge behalten sollen, und bei den Bürgern. Sie müssen der stärkste Verbündete der Stadt werden, damit die Buchstaben des Konzepts zu Taten werden.

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