Auszeichnung

Wetter tut sich weiter schwer mit städtischen Ehrungen

Im Rathaus Wetter sind die Fraktionen uneins, ob und wie man den früheren Bürgermeister und langjährigen NRW-Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt von der SPD ehren soll.

Im Rathaus Wetter sind die Fraktionen uneins, ob und wie man den früheren Bürgermeister und langjährigen NRW-Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt von der SPD ehren soll.

Foto: WP

Wetter.   Nach Gustav Vorsteher (1906) und Wolfgang Reuter (1938) hat die Stadt Wetter keinen weiteren Ehrenbürger ernannt. Die SPD macht sich weiter dafür stark, Ulrich Schmidt für seine Verdienste auszuzeichnen. Doch andere Fraktionen lehnen dies ab.

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Verschwenderisch ist die Stadt Wetter mit Ehrungen verdienter Bürger in der Vergangenheit wahrlich nicht umgegangen. Nach Gustav Vorsteher 1906 wurde zuletzt Wolfgang Andreas Reuter 1938 zum Ehrenbürger ernannt. In der jüngeren Vergangenheit gab es erfolglose Bestrebungen, auch den früheren Bürgermeister und langjährigen Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt auszuzeichnen. Dieses erneute Anliegen machte nun sein Parteifreund Eberhard Fandrey bei seiner Abschiedsrede als SPD-Stadtverbandsvorsitzender öffentlich.

„Seit Jahren bemühen wir, der Bürgermeister, der Fraktionsvorsitzende und der Stadtverbandsvorsitzende, uns darum, die anderen Parteien und Fraktionen im Rat dazu zu bewegen, Uli Schmidt endlich die Ehrung zu kommen zu lassen, die ihm zusteht“, sagte Fandrey nun beim SPD-Parteitag in der Elbschehalle. „Er ist weit über die Parteigrenzen hinaus geachtet, weil er ein Kümmerer war, der sich für die Menschen eingesetzt hat.“

Fandrey argumentiert weiter: „Im Landtag, in unserer Nachbarstadt Herdecke ist das schon längst einstimmig erfolgt. Nur hier in Wetter wehren sich die anderen Fraktionen hartnäckig, gegen jegliche Art von Ehrung, auch gegen die, die in der Satzung des Rates ausdrücklich vorgesehen ist.“

Dort steht, dass der Rat Personen ehren kann, die sich um die Stadt Wetter besonders verdient gemacht haben, etwa über eine Ehrenurkunde oder ein Ehrengeschenk. Dafür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder nötig.

Nicht erwähnt wird das Antragen einer Ehrenbürgerschaft oder gar eines Ehrenbürgermeisters. Da womöglich somit auch die Satzung geändert werden müsste, sprachen sich manche Fraktionen dagegen aus. Fandrey hält dem entgegen: „Über die Art der Ehrung lässt sich diskutieren. Mir geht es ja auch ums Generelle. Wir sollten uns grundsätzlich überlegen, wie man auch andere verdiente Persönlichkeiten auszeichnen kann.“

Zunächst aber will der frühere SPD-Fraktionschef im Rat die anderen Parteien in die Pflicht nehmen, deren bisherige Verweigerung Fandrey als „empörend“ kritisierte. „Ich appelliere deshalb: Es ist noch nicht zu spät. Machen Sie den Weg frei, Sie können dazu beitragen, dass Uli Schmidt endlich auch in Wetter die Ehrung zuteil wird, die ihm gebührt. Viele Bürger fordern seit langem eine solche Ehrung.“

Nur Freude bei einmütiger Vergabe

Das kann Schmidt bestätigen. „Ich werde oft von Leuten auf der Straße angesprochen, die mich danach fragen“, sagt der 71-Jährige. Er würde sich über eine Ehrung in seiner Heimatstadt freuen - aber nur bei einer einmütigen Entscheidung. So wie es 2006 in Herdecke beim Überreichen des Ehrenrings war.

Eine solche Lösung ist in Wetter derzeit aber nicht in Sicht, was sowohl bei Anfragen an Ratsmitglieder anderer Parteien als auch in Gesprächen mit SPD-Vertretern herauskam. Fraktionschef Johann Fiolka, der zuletzt nach einer privaten Bürger-Initiative aktiv wurde, und Bürgermeister Frank Hasenberg hoben Schmidts Verdienste hervor und hoffen, dass „die anderen über ihren Schatten springen“.

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