Ausbildung

Ausbildungsmarkt in Herne bleibt trotz Besserung angespannt

„Es lohnt sich noch zu bewerben“, appelliert die Herner Agentur für Arbeit an Jugendliche, die noch unversorgt sind.

„Es lohnt sich noch zu bewerben“, appelliert die Herner Agentur für Arbeit an Jugendliche, die noch unversorgt sind.

Foto: Hendrik Schmidt / ZB

Herne.  Der Ausbildungsmarkt in Herne bleibt trotz leichter Besserung weiter angespannt. Viele Bewerber sind noch unversorgt. Es gibt aber noch Stellen.

Rein rechnerisch gibt es in NRW und auch im Ruhrgebiet noch mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als Bewerber. Doch in Herne bleibt die Lage weiter angespannt. Dennoch habe sich der Ausbildungsmarkt mit Blick auf die vorherigen Jahre sichtbar verbessert, teilt die Herner Agentur für Arbeit mit. Die Pandemie habe den Ausbildungsmarkt im Frühjahr aber zwischenzeitlich ziemlich ausgebremst.

Nach der Aufhebung vieler Beschränkungen hätten sich die Betriebe aber größtenteils auf die neue Situation eingestellt und hätten teilweise etwas mehr Klarheit über die Zukunft, so Dieter Groß, Operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Deshalb könnten sie sich jetzt, später als sonst üblich, wieder um die Suche nach passenden Auszubildenden kümmern. Die Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu ergattern, steige also wieder.

Unternehmen wissen, dass sie Fachkräfte benötigen

Dass sich der Bewerbungs- und Auswahlprozess wegen Corona um etwa zwei Monate nach hinten verschoben habe, liege daran, dass in vielen Berufen Probetage durchgeführt werden. Durch die Pandemie sei das erst einmal nicht möglich gewesen. Zudem seien Unternehmen, aber auch die Jugendlichen, häufig erst einmal mit der Situation überfordert gewesen. Neue Wege mussten in den Unternehmen gefunden werden, viele Jugendliche mussten erst einmal damit klarkommen, dass die Schule ausfiel. Doch seit Juni hätten sich Unternehmen und Jugendliche wieder intensiv dem Thema Ausbildung gekümmert. „So haben wir jetzt ungefähr sechs bis acht Wochen Verzögerung aufgrund der Pandemie“, erklärt Groß,

Er betont, dass die Unternehmen nicht vergessen hätten, dass ihnen vor der Corona-Krise die Fachkräfte fehlten und um die demografische Herausforderung der kommenden Jahre wüssten. „Daher gibt es bei vielen nun ein konsequentes Bewusstsein auf den Nachwuchs zu setzen. Dass es keine Ausbildungsplätze aufgrund der Corona-Pandemie gibt, ist ein Mythos und falsch“ ergänzt er.

Agentur bietet Kontaktmöglichkeiten für Jugendliche und Unternehmen

Dennoch zeigt ein Blick auf die Zahlen, dass es in Herne nach wie vor ein Missverhältnis zwischen angebotenen Stellen und Bewerbern gibt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2019 meldeten sich 1458 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 10,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 679 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 22,7 Prozent. Ende Juli waren 533 Bewerber noch unversorgt und 293 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.

Termine bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit erhalten Jugendliche unter 0800 4555500 oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch. Arbeitgeber, die noch einen freien Platz haben oder sich kurzfristig entschieden haben, auszubilden, können unter 0800 4555520 Kontakt zu einem Berater aufnehmen.

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