Insektenkabinett

Cranger Kirmesplatz: Spinnen anfassen ausdrücklich erlaubt

Nina Krüger hält eine Kraushaarvogelspinne, lateinisch Brachypelma albopilosum, in ihrer Hand.

Nina Krüger hält eine Kraushaarvogelspinne, lateinisch Brachypelma albopilosum, in ihrer Hand.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Herne.  Mit Vogelspinnen und anderen Insekten sind Besucher in Herne auf Tuchfühlung gegangen. Wie Müttern Kindern die Angst nehmen wollen.

Die Freunde von Spinne & Co. sind am Wochenende in Wanne-Eickel auf ihre Kosten gekommen. Das Insektenkabinett von Josef Tränkler hatte auf dem Cranger Kirmesplatz sein Zelt aufgebaut. Dabei galt: Anfassen ist erlaubt.

So scheut sich Jill Pook nicht, eine Vogelspinne aus Mittelamerika auf die Hand zu nehmen. Dabei sitzt sie an einem Tisch, der mit Rindenmulch bedeckt ist. Die Spinne sitzt erst auf einer alten Kokosnuss, krabbelt dann auf die ausgestreckte Hand von Pook. Dabei hält die junge Mutter ihre Hand sehr ruhig.

Kindern die Angst nehmen

„Sie fühlt sich wie ein Samthandschuh an“, beschreibt sie die Haarstruktur der etwa acht Zentimeter langen Spinne. „Das Tier fühlt sich wohl, da es sich nicht bewegt“, sagt Inhaber Josef Tränkler, der neben Pook sitzt und ein Auge auf die Vogelspinne hat. Manche Spinnen seien jedoch nicht geeignet, angefasst zu werden.

Um dies zu testen, geht der Schausteller mit einer langen Pinzette in ein Terrarium und berührt eine Spinne. „Zeigt sie ein aggressives Verhalten und greift an, lasse ich es“, erklärt Tränkler die Auswahl der zum Anfassen geeigneten Spinnen.

Jill Pook will ihrem 20 Monate jungen Sohn demonstrieren, dass Spinnen nicht schlimm sind. „Je eher er so etwas kennenlernt, desto besser. Kinder gehen ohne Angst an unbekannte Tiere heran“, sagt sie. Wichtig sei allerdings, dass man das Tier respektiere.

Tückische Skorpione

Während im Hintergrund des Zeltes eine Dokumentation über Spinnen auf einem Bildschirm läuft, schaut sich Vivienne Schlosinski die Spinnen genau an. „Ich hätte gerne eine zu Hause, aber ich darf nicht, weil meine Mutter sich ekelt“, sagt die 20-Jährige. Sie sei fasziniert von den vielen Arten, die mal mehr, mal weniger giftig sind. „Jede Spinne fühlt sich anders an“, meint Schlosinski.

Josef Tränkler wünscht sich, dass es einen Führerschein für Insekten und andere exotische Tiere gibt. „Damit kann der Halter nachweisen, dass er Ahnung von den Haltungsbedingungen hat“, so Tränkler weiter. Denn auf einer entsprechenden Börse könne man sich so ein Tier sofort anschaffen. „Man muss nur 18 sein und kann sich ein giftiges Tier nach Hause holen. Ist das Terrarium falsch gesichert oder fällt um, ist der Bewohner weg.“

Das sei unter anderem bei einem Skorpion gefährlich. „Skorpione sind tückisch. Nicht etwa wegen ihrer Scheren, sondern wegen des Giftstachels. Der kann einen Menschen binnen weniger Minuten töten.“ Tränkler wünscht sich daher einen verantwortungsvollen Umgang und stärkere Kontrollen bei giftigen oder gefährlichen Tieren.

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