Stadtgeschichte

Denkmäler in Herne müssen nicht schön sein

Achim Wixforth, Fachbereichsleiter Umwelt und Stadtplanung.

Achim Wixforth, Fachbereichsleiter Umwelt und Stadtplanung.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Achim Wixforth von der Stadt Herne erklärt, wann Gebäude denkmalgeschützt werden. Mit Schönheit und Seltenheit hat Denkmalschutz nichts zu tun.

721 Denkmäler gibt es in Herne - und jedes Jahr kommen neue dazu. Bei vielen Orten wird aber auf den ersten Blick überhaupt nicht ersichtlich, warum sie denkmalgeschützt sind. Achim Wixforth, Fachbereichsleiter Umwelt und Stadtplanung der Stadt Herne, hat im Gespräch mit der WAZ erklärt, was ein Denkmal überhaupt zu einem Denkmal macht.

Was sind die Voraussetzungen, die ein Denkmal erfüllen muss?

Grob umfasst geht es darum, dass zum Beispiel ein Gebäude eine Aussagekraft über die Zeitgeschichte, auch speziell über die lokale Stadtgeschichte, hat. Das kann eine bestimmte Bauweise sein, die zum Beispiel auch etwas über die gesellschaftliche Haltung zum Wohnen in der Zeit des Baus aussagt. Viele glauben, Denkmäler müssen besonders schön oder selten sein. Aber das sind beides keine Kriterien. Es geht oft vielmehr um Details, zum Beispiel wenn der Dachstuhl noch komplett erhalten ist, wie bei dem Fachwerkhaus am Hölkeskampring aus dem 19. Jahrhundert.

Muss ein Gebäude alt sein, um als Denkmal zu gelten?

Besonders alt muss es nicht sein. Man spricht davon, dass eine Generation zwischen der jetzigen zeitlichen Epoche und der Zeit des Baus liegen sollte. Zum jetzigen Zeitpunkt werden deshalb gerade Häuser aus den 60er- und 70er-Jahren interessant. Bald können dann auch schon Gebäude aus den 80er-Jahren als Denkmal gelten.

Wie wird ein Denkmal zu einem Denkmal?

Den Anstoß zur Prüfung eines Gebäudes kann jeder geben. Wenn es geschichtlich interessierte Bürger hier in Herne gibt, die eine Entdeckung gemacht haben, können sie das bei der Stadt melden. Für die formale Untersuchung sind dann wir als Stadt, genauer gesagt die Untere Denkmalbehörde, zuständig. Wir prüfen, ob das Objekt den Ansprüchen entspricht. Wenn dies so ist, wird das Gebäude zum Denkmal ernannt. Ganz egal, was der Eigentümer davon hält. Das ist für einige auch eine Last, weil sie dann nicht alles mit ihrem Haus machen dürfen und für viele Umbauarbeiten eine Erlaubnis brauchen. Andererseits gibt es aber auch steuerliche Anreize, das Denkmal, wie es ist, zu erhalten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben