Fahren lernen

Die Digitalisierung verändert den Beruf des Fahrlehrers

Die E-Mobilität ist zumindest bei diesem Wagen von Fahrlehrer Christian Eink noch kein Thema.

Die E-Mobilität ist zumindest bei diesem Wagen von Fahrlehrer Christian Eink noch kein Thema.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Die Digitalisierung verändert auch den Beruf des Fahrlehrers. Neue Techniken sind in Autos eingebaut, Schüler lernen mit der App.

Die digitale Entwicklung „verändert unsere Arbeit maßgeblich“, sagt Christian Eink. Der Fahrlehrer hat sich vor zehn Jahren mit „Egges Fahrschule“ selbstständig gemacht und sieht seinen Beruf vor neue Herausforderungen gestellt. Besondere Bedeutung haben nach Ansicht des 47-Jährigen die Fahrerassistenzsysteme, „von denen es inzwischen eine Vielzahl gibt“.

Ob Anwendungen zur Abstandsregelung, Systeme, die beim Spurwechsel behilflich sind oder solche, die per Kamera und Lenkkontrollen die Müdigkeit des Fahrers feststellen, alle diese Techniken sind in Fahrschulwagen installiert.

Während der Fahrstunden machen sich die Schüler mit den Hilfssystemen vertraut, so Eink. Für einen Fahrlehrer bestehe natürlich die Aufgabe, im Umgang mit den Programmen fit zu sein und zu bleiben. In Prüfungssituationen seien die Techniken in den meisten Fällen nicht erlaubt, berichtet der Fahrlehrer. Die Schüler sollten nach wie vor unter Beweis stellen, ob sie auch ohne technische Assistenten einen Wagen sicher lenken können und die Regeln im Straßenverkehr beherrschen.

Fragen per Mausklick beantworten

Apropos Prüfung: Die Zeiten, in denen Schüler ihr Wissen für den theoretischen Teil in der Fahrschule selbst unter Beweis stellen mussten, seien längst vorbei. „Der TÜV organisiert die Prüfungen inzwischen in eigenen Unterrichtsräumen“. Die Jugendlichen beantworteten die Fragen per Mausklick. Das Lernmaterial laden sich die Schüler laut Eink inzwischen aus den entsprechenden Apps auf ihre mobilen Endgeräte. Damit hätten sich auch die Theoriestunden erheblich gewandelt.

Eink kann mit Laptop und Beamer Fahrsituationen simulieren, für die Schüler bestehe die Möglichkeit, anschließend auf dem Smartphone oder dem Tablet die Beispiele nachzuvollziehen. Ab und an seien aber auch noch Bücher gefragt, sagt der gelernte Betonbauer, der einst für das Unternehmen Heitkamp tätig war. Manche Jugendliche wollten gedruckte Fassungen nutzen, weil sie der Ansicht seien, sich besser konzentrieren zu können.

Berufsbild werde sich noch weiter wandeln

Neben seinen Räumen im Eickel-Center gehört dem gebürtigen Wanner noch ein weiteren Standort an der Hauptstraße 337. Vor vier Jahren hat der Familienvater die Fahrschule Kullik übernommen. Dass sich das gesamte Berufsbild in den nächsten Jahren noch weiter wandeln wird, davon ist er überzeugt.

Gewinne beispielsweise die Elektromobilität weiter an Fahrt, dann müsse man das Schulungsprogramm an vielen Punkten umstellen – in Theorie und Praxis. Bleibt am Ende noch die Frage, weshalb Fahrlehrer Eink den Namen Egges Fahrschule gewählt hat. „Egge ist seit Kindheitstagen mein Spitzname und darunter kennt man mich im Ort“.

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