Wettbewerb

Filmgeschichten von Menschen und ihren Fahrrädern

Ehrensache, dass die Radbeauftragte der Stadt Herne, Margarethe Kreutzmann, hoch zu Rad zum Filmfestival in den Flottmann-Hallen kam.

Ehrensache, dass die Radbeauftragte der Stadt Herne, Margarethe Kreutzmann, hoch zu Rad zum Filmfestival in den Flottmann-Hallen kam.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   15 Beiträge aus dem In- und Ausland waren in Herne beim 13. Internationalen Fahrradfilms-Festival zu sehen. Zu gewinnen war die goldene Kurbel.

Filmpreise und Herne, passt das zusammen? Aber ja doch! Bereits seit 2009 wird in den Flottmann-Hallen in Herne das Internationale Festival des Fahrrad-Films veranstaltet, bei dem die goldene Kurbel, der älteste Preis für Fahrrad-Filme überhaupt, vergeben wird. Auch in diesem Jahr präsentierten am Samstag bei der 13. Auflage des Festivals Filmemacher aus aller Welt ihre Werke, die sich um das Rad drehen.

So wurden dem Publikum unter der Leitung der beiden Organisatoren Gernot Mühge und Chris Wawrzyniak Produktionen unter anderem aus den USA, Estland, Guatemala und der Schweiz gezeigt. Insgesamt traten 15 Filme aus zehn Ländern an, den mit 300 Euro dotierten Preis zu ergattern. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 500 Euro ausgeschüttet, welche die Kulturinitiative Herne gestiftet hat.

Die Genres der Filme reichen von Spielfilmen über Dokumentationen und experimentelle Produktionen, wobei es „in diesem Jahr einen narrativen Fokus gibt“, wie Gernot Mühge zu berichten weiß. So erzählt beispielsweise der Streifen „A Bicycle in Love“ von der ungleichen Liebesbeziehung zwischen einem Fahrrad und einem Mädchen, „Iron Horse“ zeigt die dramatische Rettung eines in Not Geratenen durch sein Rad. Insgesamt 90 Filme waren eingereicht worden, aus der eine Jury aus Kulturschaffenden sowie Verkehrs- und Fahrradexperten die finalen 15 ausgewählt hat.

Jury- und Publikumspreis

„Der Sieger-Film muss schon künstlerisch anspruchsvoll sein“, erklärt Gernot Mühge. Neben der Auszeichnung durch die Fachjury wird zusätzlich noch ein Publikumspreis vergeben, der von den anwesenden Zuschauern bestimmt wird.

Eingerahmt wurden die Vorführungen und die Preisverleihungen durch ein Programm, das auch die Nachbarstädte einbezog. So sammelten sich in Bochum, Essen und Dortmund etwa 80 Radfahrer, die sich von dort auf den Weg zu den Herner Flottmann-Hallen machten. Vor Ort wurde ab 17.30 Uhr der deutsche Langfilm „Fahrradfieber“ gezeigt. Zudem konnten sich die Besucher im Vinylsprint, einem virtuellen Radrennen auf Trimmrädern, messen. „Für viele Besucher ist das hier eine jährliche Tradition“, erzählt Mühge.

Entstanden war das Festival 2006 in der Bochumer Bar „Goldkante“. Nachdem die Bar zu klein war, um dem immer größer werdenden Publikum Raum geben zu können, folgte der Umzug in die Flottmann-Hallen nach Herne.

Bühnenprogramm zweisprachig

Wie viel Zuspruch das Festival erhält, zeigt sich auch hier: Die Reihen vor der Festivalbühne waren gut gefüllt, mit etwa 350 Zuschauen rechneten die Veranstalter. Da mittlerweile auch internationale Gäste zu Besuch sind, wurde das Bühnenprogramm folgerichtig zweisprachig, in deutsch und englisch, gestaltet.

Begeistert zeigten sich auch die jungen Filmschaffenden von „how we ride“. Das Herner Projekt um die Filmemacher Jonas Grote und Merlin Morzeck sowie die Radfahrer Jonas Kuhlbrodt und Nils Kolberg ist bereits zum zweiten Mal beim Fahrrad-Film Festival vertreten. Vor zwei Jahren zeigten sie hier ihre Dokumentation über eine Fahrradtour von Herne nach Rom. In diesem Jahr präsentierten sie im Rahmen des Festivals den Trailer ihrer neuen Produktion, bei der es von Herne nach Trondheim ging.

Film erinnert an Albert Richter

Die „goldene Kurbel“ ging an „Tigersprung“. Darin wird das Schicksal des 1940 von den Nazis ermordeten Amateur-Radweltmeisters auf der Bahn, Albert Richter, nachgezeichnet.

I hm zu Ehren wird ab sofort beim Festival das „Souvenir Albert Richter“ für den besten Radsportfilm verliehen. Samstag erhielt ihn der Film „Toer“.

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