Bürgerinitiative

Gestank in Herne: Betriebe rund um Suez fordern Hilfe von OB

Die Suez-Verbrennungsanlage an der Südstraße ist für Anwohner und benachbarte Unternehmen wegen übler Gerüche ein Ärgernis.

Die Suez-Verbrennungsanlage an der Südstraße ist für Anwohner und benachbarte Unternehmen wegen übler Gerüche ein Ärgernis.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Herne.  Firmen im Umkreis der Herner Verbrennungsanlage Suez fühlen sich im Stich gelassen. In einem Brief an OB Dudda fordern sie Hilfe gegen Gestank.

Die Bürgerinitiative Dicke Luft wendet sich nun direkt an Oberbürgermeister Frank Dudda. Nach neuerlichen Geruchsbelästigungen bittet sie den OB um Hilfe gegen den Gestank im Umkreis der Verbrennungsanlage in Herne-Süd – und zwar gemeinsam mit den Firmen in der Nachbarschaft.

Nach Geruchsbelästigungen im Juli hat es auch im August rund um die Südstraße wieder gestunken, meldet die Bürgerinitiative (BI). Besonders heftig sei es am Freitag, 16. August gewesen, so BI-Sprecher Gerhard Kalus in einem Schreiben an die Bezirksregierung Arnsberg. „Der Geruch war chemisch, wie verbranntes Gummi“, so Kalus. Bei einem von drei Kontrollgängen an diesem Tag habe ein zufällig anwesender Mitarbeiter des Herner Ordnungsamtes den Gestank bestätigt und die Feuerwehr informiert. Besonders stark seien die Gerüche vom Kreuzungsbereich Süd-/Koniner Straße bis zur Kreuzung Koniner-/ Hülsstraße gewesen.

22 Unternehmen haben den Brief unterzeichnet

Nun bitten Anwohner und Betriebe im Suez-Umfeld den Oberbürgermeister um Hilfe. Sie fühlten sich im Stich gelassen, klagen sie. In einem Schreiben, das nach Angaben der BI von 22 Unternehmen unterzeichnet wurde, kritisieren die Betriebe ihre „katastrophalen Arbeitsbedingungen“, die durch den Gestank der Verbrennungsanlage entstünden; sie sorgten sich deshalb auch um die Gesundheit der Mitarbeiter. „Den Gerüchen, die höchstwahrscheinlich aus den noch unbehandelten mit hochgiftigen Stoffen belasteten Abfällen in den Lagerhallen ausgehen, sind wir, unsere Mitarbeiter und die Anwohner schutzlos ausgeliefert“, heißt es in dem Brief. Deshalb dächten Betriebe zum Teil an einen Standortwechsel nach.

Von der Verwaltung, der Politik und dem OB, so die Unterzeichner, erwarteten sie „mehr als Lippenbekenntnisse“. Ihnen sei bewusst, dass die Stadt Herne weder Aufsichts-noch Genehmigungsbehörde der Suez-Anlage ist, sie zeigt sich aber sicher, dass die Stadt nicht gänzlich ohne Einfluss auf die Bezirksregierung sei. Der Appell von BI und Unternehmen: „Setzen Sie sich bitte nachdrücklich für ein Geruchsgutachten unter realen Bedingungen ein.“ Und: „Bitte tragen Sie ferner Sorge dafür, dass die Luft in der Umgebung von Suez auf gesundheitsbelastende Schadstoffe untersucht wird“, heißt es in dem Schreiben abschließend.

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