China

Herne baut mit Partnern ein China-Kompetenzzentrum auf

Oberbürgermeister Frank Dudda, hier ein Archivbild, will die Verbindungen zu China stärken. Dafür wird das China-Kompetenzzentrum eingerichtet

Oberbürgermeister Frank Dudda, hier ein Archivbild, will die Verbindungen zu China stärken. Dafür wird das China-Kompetenzzentrum eingerichtet

Foto: Jürgen Theobald (theo) / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Wirtschaftsförderung Herne baut gemeinsam mit der IHK und der Hochschule Bochum ein China-Kompetenz-Zentrum auf. Das sind die Ziele.

Vor wenigen Wochen unterzeichnete Herne einen Partnerschaftsvertrag mit der chinesischen Stadt Luzhou. Nun geht Herne den nächsten Schritt, um die Verbindungen ins Reich der Mitte auszubauen. Die Herner Wirtschaftsförderungsgesellschaft baut mit der Industrie- und Handelskammer und der Hochschule Bochum ein China-Kompetenzzentrum auf.

Vom Standort Herne aus sollen mit diesem Kompetenzzentrum für die Städte und Unternehmen des mittleren Ruhrgebiets folgende Ziele erreicht werden: Unternehmen aus der Region, die sich auf den Markt von Deutschlands größtem Handelspartner wagen, sollen dabei Hilfestellung erhalten. Der Hintergrund: Es gibt zwischen den vielen Regionen Chinas große wirtschaftliche, aber auch Mentalitätsunterschiede. Auf der anderen Seite sollen chinesische Unternehmen, die ein Auge auf das mittlere Ruhrgebiet geworfen haben, Orientierung bei einer möglichen Ansiedlung erhalten. Darüber hinaus ist eine Kooperation auf dem Gebiet der Forschung angestrebt. Hernes WFG-Chef Holger Stoye bringt den Ansatz auf diese Formel: „Türen öffnen, Hürden beseitigen.“

Es gibt schon zahlreiche Verbindungen nach China

Sollte das Land NRW einen Förderantrag genehmigen, könnten die Fäden bei Mario Lucas zusammenlaufen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter an der Hochschule Bochum ist ein ausgewiesener China-Kenner, der sowohl geografisch als auch kulturell alle Feinheiten kennt.

Für Oberbürgermeister Frank Dudda geht es darum, die Strategie der Internationalisierung voranzutreiben. Dies sei möglich, wenn man mit Partnern zusammenarbeitet. Mit diesem Netzwerk könne man sich an große Aufgaben heranwagen. Und schließlich gehe es darum, jene Arbeitsfelder, die man mit Luzhou vereinbart habe, nun auch mit Leben zu erfüllen.

Dass China bereits auf verschiedenen Wegen auch in Herne angekommen ist, erläuterte Dudda mit mehreren Beispielen. So sei der Cranger Betonpumpenhersteller Schwing bereits vor Jahren vom chinesischen Konzern XCMG übernommen worden. Und als das süddeutsche Unternehmen Mosolf jüngst verkündete, dass es Elektroautos auf dem ehemaligen Heitkamp-Gelände zusammenbaut, stellte sich heraus, dass diverse Teile aus China angeliefert werden. Und nach der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags mit Luzhou habe er vom Düsseldorfer Koordinierungsbüro der Provinz Sichuan bereits eine Liste mit Unternehmen bekommen, die sich eine Ansiedlung in Herne oder im mittleren Ruhrgebiet vorstellen können. Ein weiterer Baustein werde das deutsch-chinesische Bildungswerk sein, dass die Stadt und die Fakt AG am Freitag kommender Woche vorstellen werden.

IHK: Internationalisierung ist Pflicht, nicht Kür

Das Kompetenzzentrum helfe dabei, das Thema Internationalisierung neu zu denken, so Stefan Postert, der für die IHK den Aufbau des Zentrums begleitet. Man brauche neue Dienstleistungen. Und jedem Unternehmen - auch kleinen - müsse bewusst sein, dass es von der Internationalisierung betroffen ist. Internationalisierung sei nicht Kür, sondern Pflicht.

Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum, strebt eine Kooperation mit der Hightech-Zone im Luzhou an. Dies könne neue Erkenntnisse auf den Feldern Mobilität oder Batterieentwicklung bringen. Dies sei von hohem Interesse für den Forschungsverbund Ruhr-Valley - für den die Stadtwerke eine Professur gestiftet haben.

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