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Herne bekommt von der EU 15.000 Euro für öffentliches WLAN

Freies WLAN in der Herner Innenstadt: Allein in der Bahnhofstraße gibt es mehrere Hotspots.

Freies WLAN in der Herner Innenstadt: Allein in der Bahnhofstraße gibt es mehrere Hotspots.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Europäische Union fördert in ganz Europa die Einrichtung von kostenlosen Hotspots. Warum die Piraten mit WiFi4EU nicht einverstanden sind.

Die Stadt Herne packt das Thema freies WLAN an. Im Rahmen ihres Programms WiFi4EU fördert die Europäische Union die Einrichtung von Wifi-Hotspots in öffentlichen Räumen mit 15.000 Euro pro Stadt in Form eines Gutscheins. Die kostenlosen Hotspots sollen überall in Europa in Rathäusern, öffentlichen Bibliotheken, Museen, Parks oder anderen öffentlichen Plätzen installiert werden. Jetzt kommt auch Herne in den Genuss. Die Stadt hatte sich beim zweiten Aufruf beworben.

18 Monate Zeit, das Netz einzurichten

Konkret werden musste sie dabei noch nicht. Wo die Hotspots installiert werden sollen, stehe noch nicht fest, sagt Stadtsprecher Christoph Hüsken auf Anfrage: „Wir treten jetzt in die Planungsphase, was die Orte und die technische Ausstattung betrifft.“ Die Stadt hat 18 Monate Zeit, die Mittel abzurufen und das WiFi4EU-Netz einzurichten. Federführend sei die Stabsstelle Digitalisierung, dort liefen die Fäden zusammen. Die Stabsstelle um Pierre Golz war im vergangenen Jahr im Büro des Oberbürgermeisters eingerichtet worden.

Der Pauschalbetrag ist für die Geräte- und Installationskosten von Wifi-Hotspots bestimmt. Die Hotspots sollen Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s gewährleisten. Man gehe davon aus, dass die 15.000 Euro nicht kostendeckend, sondern lediglich eine Impulsfinanzierung seien, sagte Christoph Hüsken. Mindestens drei Jahre lang sollen Bürger und Besucher den Wifi-Internetzugang kostenlos nutzen können. Die Gemeinden müssen für die Internetverbindung und die Wartung der Geräte und Anlagen aufkommen.

Piraten haben andere Vorstellungen von freiem WLAN

Als Verfechter eines freien WLAN haben sich die Piraten in Herne schon seit Jahren für das Thema stark gemacht. Trotzdem gibt es Vorbehalte gegenüber WiFi4EU, wie Piraten/AL-Ratsmitglied Andreas Prennig bestätigt. „Das Programm hat mit dem freien WLAN, wie wir es verstehen, nichts zu tun.“ Sein Kritikpunkt: „Es dürfte keine persönliche Authentifizierung an den Hotspots geben.“ Genau dies sei aber in der jetzt gewählten Variante erforderlich. Außerdem sollten die Nutzungsdaten nicht gespeichert („geloggt“) werden, so Prennig weiter. Er befürchtet überdies Folgekosten für die Stadt.

Freifunk-Initiative will freies Netz aufbauen

Der Politiker selbst ist aktiv in der Freifunk-Initiative in Herne, die sich gegen eine Registrierung und Erfassung von persönlichen Informationen wendet und ein freies Datennetz aufbauen will, dem sich Privatpersonen wie Gastronomen, Einzelhändler oder Vereine anschließen können. Als positives Beispiel nennt Prennig die Fortbildungsakademie Mont-Cenis: „Dort wurde zusammen mit dem Freifunk Ruhr die vorhandene Infrastruktur auf Freifunk umgestellt und das funktioniert perfekt.“

Wie viele Hotspots Freifunker und kommerzielle Anbieter wie seit 2015 Unity Media momentan in Herne bereitstellen, ist nicht genau zu ermitteln. Auf der Homepage „internetanbieter.de“ findet sich ein Diagramm, demzufolge von 106 öffentlichen Wlan-Hotspots in Herne der Großteil von der Telekom (62,26 Prozent ) und Unity Media (20,75 Prozent) betrieben wird.

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