Kommunalwahl

Herne: Grüner Ratsherr kündigt Kandidatur gegen OB Dudda an

Beim Kampf ums Herner Rathaus will der Stadtverordnete Pascal Krüger für die Grünen antreten.

Beim Kampf ums Herner Rathaus will der Stadtverordnete Pascal Krüger für die Grünen antreten.

Foto: Lars-Oliver Christoph

Herne.  Umweltpolitiker und Parteichef Pascal Krüger will bei der OB-Wahl für die Grünen gegen Frank Dudda antreten. Warum er den Sieg für möglich hält.

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Er hat zwar am Mittwoch beim Fototermin nicht an der Tür des Herner Rathauses gerüttelt und „ich will hier rein“ gerufen, doch seine Ansage ist auch so unmissverständlich: Der Grünen-Stadtverordnete Pascal Krüger wirft seinen Hut für die Herner Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2020 in den Ring. Und nicht nur das: Der Umweltpolitiker rechnet sich Chancen gegen Amtsinhaber Frank Dudda (SPD) aus.

Ein offizielles Votum seiner Partei hat er noch nicht. Die Nominierung stehe erst im Februar an, sagt der 34-Jährige, der gemeinsam mit Susanne Marek die Führungsspitze des Kreisverbandes bildet. In Partei und Fraktion sei ihm jedoch Unterstützung signalisiert worden - auch von Fraktions-Chef Thomas Reinke, der bei der OB-Wahl 2015 für die Grünen und vier weitere Oppositionsparteien ins Rennen gegangen war. Bürgerinitiativen hätten ihn ebenfalls bereits auf eine Kandidatur angesprochen.

Projektmanager bei „Innovation City“ in Bottrop

Dass ein ausgewiesener Umweltexperte das Gesicht des Grünen-Wahlkampfs sein soll, überrascht zunächst mal nicht. „Klimaschutz wird natürlich ein Schwerpunkt sein“, sagt Krüger, der seine Fraktion seit Jahren im Umweltausschuss vertritt. Und auch beruflich dreht sich bei ihm alles um den Schutz von Umwelt und Natur. Pascal Krüger ist Projektmanager von „Innovation City“ bei der Stadt Bottrop und dort maßgeblich für die Verbesserung der CO2-Bilanz verantwortlich.

Wie auf Knopfdruck kann er zahlreiche Kritikpunkte an der städtischen Klimaschutzpolitik benennen. Die Fällung von (zu) vielen Bäumen beispielsweise. Die Versiegelung von Grünflächen. Und nicht zuletzt, dass die Stadt seit 2012 zahlreiche Klimaschutz- und Mobilitätskonzepte verabschiedet habe, bisher aber wenig bis nichts passiert sei. „Herne hat es nicht mal geschafft, einen Klimaschutzmanager einzustellen“.

Ruf nach mehr Stellen für die Schuldnerberatung

Einen Ein-Themen-Wahlkampf würden die Grünen aber nicht führen. Auch der Komplex Soziales, Arbeit und Wirtschaft werde eine gewichtige Rolle spielen, kündigt der Kommunalpolitiker an. Eine konkrete Forderung benennt er schon jetzt: Die Schuldnerberatung müsse personell aufgestockt werden, sagt Krüger in Anlehnung an eine im Jahr 2015 gescheiterte Grünen-Initiative.

Stichwort Wirtschaft: Herne müsse künftig stärker auf nachhaltige Arbeitsplätze setzen und weniger auf Logistik. Noch ein konkreter Vorschlag: Das Stellenwert der Ökonomie könnte in Herne durch Bildung eines Ratsausschusses Wirtschaft zunehmen. Und bei der Bildung wollten die Grünen an die erfolgreiche Arbeit „ihrer“ Dezernentin Gudrun Thierhoff anknüpfen, um Kinderarmut konsequent zu bekämpfen.

Negative Vorzeichen für die SPD

Das offizielle Votum seiner Partei fehlt ihm zwar noch, doch das Ja seines Arbeitgebers zur OB-Kandidatur hat er bereits erhalten. Er werde im Sommer Urlaub nehmen - notfalls unbezahlten, sagt der Stadtmitarbeiter, dessen Chef bei „Innovation City“ der frühere Oberhausener Oberbürgermeister Burkhard Drescher (SPD) ist.

25,5 Prozent erreichte Grünen-OB-Kandidat Reinke vor fünf Jahren in Herne und ließ damit CDU-Mann Peter Neumann-van Doesburg klar hinter sich. Ist das auch die Messlatte für 2020? „Nein. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, Frank Dudda zu besiegen“, sagt Krüger. Für die SPD werde die Kommunalwahl - Stand heute - unter negativen Vorzeichen stehen, während die Grünen im Aufwind seien. „Der Bundestrend spielt eine Rolle.“

Unterstützung aus anderen Parteien erwartet er dagegen diesmal für die Grünen wegen der Koppelung von Rats- und OB-Wahl nicht. 2014 bzw. 2015 fanden diese Wahlen bekanntlich getrennt statt.

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