Rechtsstreit

Herner Eventhalle: Anwohner nennt Lärm unerträglich

Die Eventhalle an der Werderstraße in Herne: Ein Anwohner fühlt sich seit Jahren durch Lärm und Verkehr belästigt. Jetzt hat er Klage eingereicht.

Die Eventhalle an der Werderstraße in Herne: Ein Anwohner fühlt sich seit Jahren durch Lärm und Verkehr belästigt. Jetzt hat er Klage eingereicht.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.  Ein Nachbar der Eventhalle in Herne hat Klage eingereicht. Lärm und Verkehr seien unerträglich. Der Betreiber darf die Gästezahl kräftig erhöhen.

Streit um die Emperial-Eventhalle an der Werderstraße in Horsthausen: Die Stadt hat die Genehmigung erteilt, dass dort jetzt doppelt so viele Gäste als in der Vergangenheit feiern dürfen – pro Fest 550 statt wie bisher 268 Besucher.

Dagegen hat ein Nachbar Klage vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erhoben. „Lärm- und Verkehrsbelästigung sind nicht akzeptabel“, erläutert Anwalt Hennig Schwarze. Sein Mandant habe sich auch schon früher über die Zustände beschwert, eine Ausweitung der Nutzerzahl wolle und könne er nicht hinnehmen. Die Zahl der Veranstaltungen in der Eventhalle soll laut Angaben des Betreibers bei zwei bis drei pro Woche liegen.

Stadt: Betreiber erfüllt gesetzliche Auflagen

Die Stadt beruft sich bei ihrer Genehmigung laut Angaben eines Sprechers darauf, dass der Betreiber ein Gutachten eingereicht habe, nach dem die gesetzlich festgelegten Lärm-Grenzwerte eingehalten würden. Ferner setze der Geschäftsmann einen Ordnungsdienst ein, „um unnötige Lärmimmissionen sowie lautes Verhalten zu unterbinden“.

Der Anwalt äußert erhebliche Zweifel an der Begründung und den Aussagen des Betreibers. Bei den Grenzwerten müsse man bedenken, dass die Eventhalle zwar selbst in einem Gewerbepark liege, aber die Wohnung seines Mandanten in einem angrenzenden Wohngebiet. Hier müssten strengere Lärmgrenzen Beachtung finden.

Für erhebliche Unruhe zum Teil bis in die frühen Morgenstunden sorge zudem der Pkw-Verkehr. Sein Mandat erlebe es immer wieder, dass bei Hochzeiten oder anderen Feiern Autofahrer mehrere Runde drehten und dabei ihre Musikanlagen auf volle Lautstärke stellten. Dazu gebe es Videos. Darüber hinaus soll laut Anwohner auch schon mit Schreckschusspistolen geschossen worden sein.

Betreiber: Stets zahlreiche Ordnungskräfte im Einsatz

Der Betreiber der Halle, Selahattin Alkan, und sein Geschäftsführer Mesut Cetin meinten auf Anfrage, dass bei Feierlichkeiten sowohl an der Einfahrt zu dem Gelände als auch in und um die Halle herum ein halbes Dutzend Ordnungskräfte im Einsatz seien. Zudem werde jeder Veranstalter oder Gastgeber vor dem Fest eindringlich darauf hingewiesen, die Anwohner nicht zu stören. Ferner händige man auch einen entsprechenden Hinweiszettel aus.

Cetin erklärte, eine Aufstockung der Besucherzahl sei erst dadurch möglich gewesen, dass ein Immobilienbesitzer des Gewerbeparks eine ausreichende Zahl an Parkplätzen zur Verfügung gestellt habe. Für „nicht motorisierte Gäste“ sei ein Hol- und Bringdienst von und zur Bushaltestelle an der Roonstraße eingerichtet.

Polizei wegen nächtlicher Ruhestörung eingeschaltet

Ein solcher Service zielt allerdings nach Ansicht des Anwohners eher ins Leere, da es kaum einen Gast gebe, der nicht mit dem Auto anreise. Die Polizei war nach Angaben eines Sprechers in diesem Sommer zwei Mal vor Ort, weil Beschwerden wegen Ruhestörung vorgelegen hätten. In beiden Fällen habe sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte das jeweilige Fest schon dem Ende zugeneigt. Die Polizei habe es bei einem Hinweis an die Gäste belassen können. Der Anwalt berichtete, sein Mandat habe sich auch schon in weiteren Fällen bei der Polizei gemeldet, ohne dass sie tätig geworden sei. Die Polizei sagt, dass sie eintreffenden Hinweisen nachgehe. Der Stadt liegen insgesamt 20 Beschwerden aus den vergangenen Jahren vor.

Auf die Frage an die Verwaltung, ob sie künftig darauf achte, dass auch das Besucherlimit von 550 eingehalten werde, hieß es: „Bislang gab es keine Kontrollen, über das weitere Vorgehen werden wir uns verwaltungsintern abstimmen.“ Wann sich das Verwaltungsgericht mit dem Thema beschäftigt, ist noch offen. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Thewes meinte auf Anfrage, derzeit sei „noch nicht absehbar, wann ein Verhandlungstermin ansteht“.

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