Prozess

Herner Motorradfahrer nach „Tiefflug“ über A52 verurteilt

Auf der A52 in Essen hatte der Herner richtig Gas gegeben.

Auf der A52 in Essen hatte der Herner richtig Gas gegeben.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Einer Herner Student ist am Amtsgericht Essen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er war mit Tempo 160 auf der A52 unterwegs. Erlaubt war 100.

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Es war ein Rennen ohne Gegner: Vor sieben Monaten ist ein Motorradfahrer aus Herne über die A52 in Essen gerast – von rechts nach links über alle Spuren. Der 30-Jährige hat nicht mal bemerkt, dass er einen Streifenwagen überholte. Doch es sollte seine vorerst letzte Fahrt gewesen sein. Am Mittwoch ist er zu 700 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Außerdem ist der Führerschein weg.

„Er kam im Tiefflug an uns vorbei“, sagte ein Polizist als Zeuge vor dem Essener Amtsgericht. „Normalerweise wird ja abgebremst, wenn man einen Streifenwagen sieht.“ Die Beamten der Autobahnpolizei hatten noch versucht, ihn einzuholen – vergeblich. Trotz Tempo 160 wurde der Abstand immer größer. Erlaubt war nur 100.

Eine Taxifahrerin formulierte es im Prozess sogar noch drastischer. Auch sie war von dem Angeklagten auf der A52 geschnitten und überholt worden. „Der drehte volles Programm auf. Wie ein Irrer“, sagte die 57-Jährige, die in ihrer Freizeit selbst Motorrad fährt. „Wie ein Anfänger, um vor den Mädels den Angeber zu machen.“ Aus ihrer Sicht sei die Situation lebensgefährlich gewesen. „Ich habe nur gedacht: Wenn jetzt einer ausschert, dann ist der weg. Dann ist der tot. Das war Wahnsinn.“

Urteil lautet auf illegales Kraftfahrzugrennen

Der Angeklagte hatte erst neun Monate vor der Raser-Tour seinen Motorradführerschein gemacht und sich gleich eine 1000er-Suzuki angeschafft. Mögliche Höchstgeschwindigkeit: knapp über 300 Stundenkilometer. „Ich hatte mich in der Uni Essen für eine Prüfung eingetragen, wollte dann zurück zu meiner pflegebedürftigen Mutter“, sagte der Student aus Herne dem Richter. Nach seiner eigenen Schilderung sei er „zügig“ gefahren, so 140 bis 150. Dass er dabei ein Polizeiauto überholt hat, hat er nicht bemerkt. Stellen konnten ihn die Beamten schließlich im Tunnel vor der A40. Da war der übliche Stau. Der Führerschein ist dem 30-Jährigen damals sofort abgenommen worden. Den kann er irgendwann neu machen. „Dann kann er zeigen, dass er verstanden hat“, so der Staatsanwalt.

Ob der Herner noch mal aufs Motorrad steigt, ist allerdings unklar. „Vielleich sollte ich die Maschine einfach verkaufen“, sagte er im Prozess. Das Urteil lautet auf illegales Kraftfahrzeugrennen. Der Angeklagte sei rücksichtslos gefahren – mit höchstmöglicher Geschwindigkeit, so der Richter. „Das hatte Renncharakter.“

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