Medizin

Hernerin kann nach Knie-Operation nicht mehr laufen

Martina Koch ist nach Knie-OP gehbehindert. Immer unterstützend an ihrer Seite: Ihre Familie, Tochter Ann-Kathrin, Ehemann Wolfgang und Sohn Andreas (v.l.n.r.).

Martina Koch ist nach Knie-OP gehbehindert. Immer unterstützend an ihrer Seite: Ihre Familie, Tochter Ann-Kathrin, Ehemann Wolfgang und Sohn Andreas (v.l.n.r.).

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Herne.  Eine Hernerin hat gehofft, Ärzte würden helfen, als sie wegen Knieschmerzen ins Krankenhaus ging. Doch dann wurde alles noch viel schlimmer.

Auf Linderung ihrer Schmerzen im Knie hatte Martina Koch gehofft, als sie vor rund drei Jahren ins St. Anna Hospital ging. Heute kann die 56-Jährige nicht mehr laufen, ist auf den Rollstuhl angewiesen und leidet ständig unter starken Schmerzen. Sie hat eine Leidensgeschichte hinter sich.

Als an einem Wochenende im Juli 2016 „ganz plötzlich“ die heftigen Beschwerden im linken Knie auftraten, „konnte ich mir die Ursache überhaupt nicht erklären“, berichtet die zweifache Mutter. Sie hatte vorher nie Probleme mit dem Knie gehabt. Überhaupt sei sie zuvor niemals zur Behandlung in einem Krankenhaus gewesen. Der Arzt in der Notaufnahme des St. Anna Hospitals habe sie untersucht und ihr gleich geraten, sich zwei neue Kniegelenke einsetzen zu lassen, erzählt die Hernerin. „Doch das kam für mich überhaupt nicht in Betracht“.

Als sie gegenüber dem Mediziner klar gemacht habe, dass sie dazu keinesfalls bereit sei, habe der ihr als Alternative vorgeschlagen, eine Knorpelglättung vorzunehmen: „Darauf habe ich mich dann eingelassen, wenn auch schweren Herzens“.

Diagnosen auf Thrombose und Embolie

Als sie rund eine Woche später zur OP ins Krankenhaus kam, habe auch ein weiterer Arzt erklärt, dass ein künstliches Kniegelenk die bessere Alternative darstelle, dass die vorgesehene Operation aber auf jeden Fall sinnvoll sei. In den ersten Tagen nach dem Aufenthalt im Krankenhaus schien auch noch alles in Ordnung zu sein, Physiotherapie war Martina Koch zudem verordnet worden. Doch dann bekam sie auf einmal starke Schmerzen.

Zunächst schwoll das Fußgelenk an, dann das ganze Bein. Da sie nicht mehr in der Lage gewesen sei, ihren Hausarzt aufzusuchen, sei dieser zu ihr gekommen und habe sie sofort ins Marienhospital überwiesen. „Dort wurde dann eine Thrombose festgestellt“, berichtet Anwältin Sabrina Diehl über ihre Mandantin. Zudem habe Martina Koch zu dem Zeitpunkt unter eine Lungenembolie gelitten, „was auch ihre damalige Kurzatmigkeit erklärte“, so die Juristin.

Die Thrombose habe sich inzwischen festgesetzt, halbjährlich müsse sie bei ihrem Arzt Kontrollen durchführen lassen. „Ohne die Hilfe meiner Familie käme ich im Alltag überhaupt nicht mehr zurecht“, sagt die Hernerin. Ihren Beruf als Küchenkraft in einem Kindergarten habe sie aufgeben müssen. Dabei habe ihr die Arbeit so viel Freude gemacht, verstand sie sich doch nach eigenen Worten so gut mit den Kindern und dem Personal.

Anwältin hat das Krankenhaus verklagt

„Ich kann nirgendwo mehr allein hin, benötige immer jemanden, der mir zur Seite steht“. Ihr Mann Wolfgang (57), ihre Tochter Ann-Kathrin (31) und ihr Sohn Andreas (22) „kümmern sich ständig um mich“. Hoffnungen, mit Reha-Maßnahmen ihren Zustand zu verändern, hätten sich zerschlagen. Das habe nichts bewirkt.

Unverständlich ist für sie bis heute, weshalb ihr der Arzt keine Alternativen aufgezeigt habe, um die Schmerzen zu lindern. Die Hernerin hat sich inzwischen über die Behandlung von Kniegelenken informiert und denkt beispielsweise an eine Spritzentherapie, die bei anderen Patienten durchaus zum Erfolg geführt habe.

Anwältin Sabrina Diehl hat jetzt Klage auf Schmerzensgeld in Höhe von 80.000 Euro eingereicht. Die St. Elisabeth-Gruppe, zu der das St. Anna Hospital gehört, wollte sich mit dem Hinweis, dass es sich um ein schwebendes Verfahren handele, zu dem Fall nicht äußern.

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