Baumfällungen

Grünabfall und Wurzelfäule: Wäldchen in Wanne muss weichen

Die Grünfläche in Wanne muss gerodet werden. Von dem Wäldchen gehe Gefahr im Verzug aus, sagt die Stadt.

Die Grünfläche in Wanne muss gerodet werden. Von dem Wäldchen gehe Gefahr im Verzug aus, sagt die Stadt.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Etwa 80 Prozent eines Wäldchens in Wanne muss gerodet werden. Laut der Stadt sei Gefahr im Verzug. Daran tragen Anwohner eine Mitschuld.

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Der Großteil des Wäldchens zwischen den Straßen Am Freibad und Scharpwinkelring in Wanne muss aus Sicherheitsgründen in Kürze gerodet werden. Der Zustand der Bäume sorge für eine „hochgradige Gefahrenlage“, berichtete Stadtgrün-Mitarbeiter Martin Pawlicki am Dienstabend in der Bezirksvertretung Wanne. Dafür seien nicht zuletzt Bürger verantwortlich.

Im Spätsommer seien die Schäden bei einer Kontrolle in dem bis zu 110 Meter breiten und 5500 Quadratmeter großen Grünstreifen deutlich geworden. „Der Großteil der Bäume hat keine Kronen mehr. 80 Prozent ist geschädigt“, so Pawlicki. Die Situation sei ähnlich wie im Wäldchen auf dem Wall der Berliner Straße, wo die Stadt Anfang des Jahres eine ähnliche Aktion durchführen musste.

Pilzbefall und Wurzelfäule setzen Wäldchen in Wanne zu

Aufgrund der schmalen Forstfläche stünden nahezu alle umliegenden Gebäude im Fallbereich der kaputten Weiden, Pappeln und Robinien, so Pawlicki im Bezirk. Ein Pilzbefall und Wurzelfäule habe den Bäumen zugesetzt. Diese Schäden seien vor allem auf den Grünabfall zurückzuführen, den Bürger in diesen Bereich illegal entsorgten. Bis zu einem Meter hoch sei dieser an einigen Stellen mittlerweile. Mit fatalen Folgen für Bäume: Es gebe im Wald nichts Schlimmeres als faulender Grünschnitt, so der Stadtmitarbeiter.

Politiker und Anwohner appellierten in der Sitzung an die Stadt, möglichst viele der Bäume stehen zu lassen. Das sagte Martin Pawlicki zu. Kontroversen gab es allerdings über den künftigen Umgang mit dem Wäldchen.

Stadt will über Entsorgung von Grünabfall aufklären

Den Vorschlag eines Bürgers, dass die Stadt ein- bis zweimal jährlich Container für Grünabfälle in der Siedlung aufstellen sollte, fand bei Stadt und Politik wenig Gegenliebe. Tenor: Warum sollten diese Anlieger anders behandelt werden als alle anderen Bürger in Herne, die ihre Grünabfälle zu Entsorgung Herne bringen? Die Stadt kündigte jedoch eine „Aufklärungskampagne“ an, mit der die Anlieger auf die negativen Folgen ihres Handelns aufmerksam gemacht werden sollen.

Zurück zur anstehenden Rodung: Eine Nachforstung sei geplant, so die Stadt, sofern sich im nächsten Jahr keine oder eine nicht ausreichende Naturverjüngung einstellen werde. „Es wird allerdings etwas dauern, bis es wieder ein richtiger Wald wird.“ Der Vorschlag der Anwohnerin Maria Täuber, Nachpflanzungen über Patenschaften zu finanzieren, stieß auf Zustimmung.

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