Wohnprojekt

Investoren präsentierten Bunkerprojekt Herner Bürgern

So soll das Wehouse im alten Bunker in Sodingen aussehen. Bei der Energiegewinnung kommen keine fossilen Brennstoffe zum Einsatz, stattdessen setzen die Macher auf Photovoltaik und Abwärme.

So soll das Wehouse im alten Bunker in Sodingen aussehen. Bei der Energiegewinnung kommen keine fossilen Brennstoffe zum Einsatz, stattdessen setzen die Macher auf Photovoltaik und Abwärme.

Foto: Archy Nova

Die Investoren, die den alten Hochbunker in das sogenannte We-House verwandeln wollen, haben das Projekt erstmals Herner Bürgern vorgestellt.

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Eine revolutionäre Form des Bauens und Wohnens, die weltweit einmalig sein werde. Diesen sehr hohen Anspruch hatte Gerd Hansen vom Stuttgarter Investor Archy Nova formuliert, als er Anfang April die Pläne für die Sanierung des Hochbunkers Sodingen präsentierte. Am Montag stellte Hansen erstmals interessierten Bürgern die Pläne im Detail vor. Und das Interesse ist sichtbar vorhanden. Etwa 80 Zuhörer füllten den Bürgersaal der Fortbildungsakademie.

Dabei beließ es Hansen nicht dabei, Grundrisse und Ausstattung des ungewöhnlichen Projekts zu erläutern, er nutzte die Gelegenheit, die Philosophie hinter dem WeHouse darzustellen: etwa, dass die Zusagen beim Klimagipfel nicht ausreichen würden, um das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, zu erreichen. Und dass es deshalb bei der Umgestaltung des Bunkers darum gehe, dass die Bewohner darin mit einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck leben - und dennoch Spaß dabei haben.

Dabei spielt das Auto - vielmehr der Verzicht darauf - eine große Rolle. Hansen: „Wir möchten, dass die Bewohner auf ein eigenes Auto verzichten“, Hansen. Dass sei zwar kein Muss, aber das Ziel. Stattdessen stünden drei Fahrzeuge zum Leihen zur Verfügung, unter anderem zwei Exemplare des EgoLife - ein Elektrofahrzeug, das von einem Professor der RWTH Aachen entwickelt wurde gerade in die Serienproduktion gestartet ist. Dazu komme ein 7-Sitzer sowie zwei E-Lastenräder. Überhaupt spielt Leihen und Teilen eine wichtige Rolle im Konzept. Organisiert werde dies alles über die WeHouse-App, mit der man verschiedenen Dienste bestellen kann.

Niemand besitzt Wohnung direkt

Um einen möglichst kleinen Fußabdruck zu erreichen, produziert eine Photovoltaikanlage Strom, wird Abwärme oder Brauchwasser genutzt - als Folge dieser Ressourcenschonung würden für die Bewohner die Betriebskosten sinken und unter dem Niveau des bundesdeutschen Durchschnitts liegen. Hansen stellte auch Details zur Finanzierung vor. Seine wichtigste Botschaft: Niemandem gehört eine Wohnung direkt. Die Bewohner beteiligen sich mit Eigenkapital an der Kommanditgesellschaft und werden dadurch Miteigentümer des gesamten Gebäudes. Die Höhe der Einlage richtet sich nach der Größe und Lage der ausgewählten Wohnung. Bewohner könnten ihre Anteile zusätzlich finanzieren lassen.

Was eine der Fragen der Zuhörer beantwortete - nämlich, ob sich das Projekt in der Hauptsache an Menschen mit der besten Bankbonität richte. Die weiteren Fragen in einer ersten Runde waren bunt gemischt: Wer sich kümmert sich um das Dachgewächshaus, das den kompletten Rohkostebedarf der Bewohner und des Restaurants decken soll? Haben die Wohnungen angesichts einer Gemeinschaftsküche selbst noch Küchen? Haben die Wohnungen bereits eine Inneneinrichtung oder können Bewohner eigene Ideen einbringen? Die etwas skeptische Frage, ob die Pläne denn auch realisiert werden, beantwortete Hansen sehr bestimmt: „Wir besitzen das Gebäude und werden auf jeden Fall bauen.“

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