Shamrockpark

Journalistenzentrum: Raum wird nicht nach Dovifat benannt

Im Journalistenzentrum Herne gibt es nun keinen Raum „Emil“ mehr, aber einen „Raum ohne Namen“.

Im Journalistenzentrum Herne gibt es nun keinen Raum „Emil“ mehr, aber einen „Raum ohne Namen“.

Foto: Michael Muscheid / WAZ

Herne.  Wegen seiner Rolle in der NS-Zeit wird im Journalistenzentrum Herne doch kein Raum nach Emil Dovifat benannt. Nun gibt es den „Raum ohne Namen“.

Das Journalistenzentrum Herne verzichtet auf die Benennung eines Raumes nach Emil Dovifat. Der Publizistikwissenschaftler, Wegbereiter der Journalistenausbildung in Deutschland, hat in der Nazi-Zeit mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet. Damit reagiert das Journalistenzentrum auf Kritik am Bezug der Einrichtung auf Dovifat.

Das Journalistenzentrum Herne feierte am Freitag die „Verabschiedung des 300. Volontärskurses seit Emil Dovifat“ – und des ersten Abschlusskurses in Herne. Geplant war die Feier im Raum „Emil“, der nach dem 1969 verstorbenen Publizistikwissenschaftler und Journalisten benannt worden war. Das sorgte für Kritik, arbeitete Dovifat in der NS-Zeit doch mit dem Regime zusammen. Bei der Verabschiedung des ersten Volontär-Kurses im Shamrockpark sagte Frank Überall, der Chef des Trägervereins „Neue Gesellschaft für publizistische Bildungsarbeit“, dass nun doch kein Raum nach Dovifat benannt werde. Der Raum soll nun „Raum ohne Namen“ heißen – möglichst dauerhaft.

Mahnung: Journalisten sollen recherchieren und neu hinterfragen

Die historische Ambivalenz Dovifats sei dem Trägerverein „in der Tiefe nicht bewusst gewesen“, begründete Überall. Der „Raum ohne Namen“ soll auch deshalb so heißen, damit er die Mitarbeiter, aber auch die Auszubildenden ständig mahne, Hintergründe zu recherchieren und neu zu hinterfragen. Das habe der Träger im Fall von Dovifat nicht gemacht, bekannte Überall. Und: „Das macht eigentlich unseren Job aus.“

Mit dem Start des Journalistenzentrums Herne waren die Beteiligten insgesamt zufrieden. Es sei ein schwieriger und steiniger Weg gewesen, so der Journalist und Journalismus-Professor Überall, nun fühle sich das Haus in Herne aber „gut angekommen“.

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