Umwelt

Klimawald im Constantin-Forst ist Opfer der großen Hitze

Im April überprüfte Förster Matthias Klar den Zustand der Douglasien. Damals war mit dem Wachstum noch alles im grünen Bereich. Foto:Martin Korte

Im April überprüfte Förster Matthias Klar den Zustand der Douglasien. Damals war mit dem Wachstum noch alles im grünen Bereich. Foto:Martin Korte

Nur ein geringer Teil der 3600 Setzlinge im Constantin-Forst hat die Dürre überlebt. Eine Bewässerungsanlage wäre im Sommer zu teuer geworden

Der Hitze und Dürre ist fast der gesamte neu angelegte Klimawald in Constantin zum Opfer gefallen. 3600 Setzlinge hatte der Regionalverband Ruhr (RVR) auf der 0,7 Hektar großen Fläche im Frühjahr anpflanzen lassen. Bei den Laubhölzern (Trauben- und Roteiche sowie Vogelkirsche) und bei den Nadelhölzern (Große Küstentanne und Douglasie) haben je nach Baumart bis zu 80 Prozent der Anpflanzungen oder auch alle Setzlinge nicht überlebt, berichtet Matthias Klar, Förster des RVR Ruhr Grün. Lediglich bei der Waldkiefer liege der Verlust nur bei 14 Prozent.

Neuer Anlauf soll gestartet werden

Die Idee zum Klimawald war nach dem verheerenden Sturm Ela im Jahr 2014 entstanden, der auf dem früheren Zechengebiet eine Spur der Verwüstung hinterließ. Eine Masterarbeit an der Ruhr-Uni Bochum bot die Grundlage für ein neues Konzept, das statt der vorherigen Birken und Weiden alternative Baumarten vorsieht, die angesichts schwieriger Wasser- und Nährstoffbedingungen im Boden überhaupt eine Überlebenschance haben. Anfangs habe er große Hoffnungen gehabt, die Setzlinge würden mit den hohen Temperaturen zurecht kommen, berichtet Klar. Danach habe es im Mai und Juni durchaus ausgesehen. Doch die Hitze, die dann folgte, „ließ den Setzlingen keine Chance“.

Nun soll ein neuer Anlauf starten, erläutert der Förster, und zwar durchaus mit den Arten, die auch jetzt gepflanzt wurden. Von ihrer Beschaffenheit her könnten die Setzlinge mit den extremen Verhältnissen, die in dem Waldgelände herrschen, zurechtkommen, „aber natürlich nicht mit dieser Trockenheit“. Sollte es im nächsten Sommer wieder eine solche Dürre geben, dann müsse man sicherlich das Konzept überdenken. Dann käme wahrscheinlich eine verstärkte Anpflanzung von Waldkiefern in Betracht.

Bewässerungsanlage wäre zu teuer gewesen

Den Klimawald in den zurückliegenden Monaten durch eine Bewässerungsanlagen zu retten, wäre viel zu teuer geworden, erklärt der Förster. Wenn nun neue Bäume gekauft werden, liege der Betrag wohl zwischen 4000 und 5000 Euro.

Fraglich sei derzeit noch, wie die Buchen und Eichen auf dem insgesamt 30 Hektar großen Constantin-Areal die Hitze überstanden haben, meint Klar. Mögliche Folgen würden sich frühestens im nächsten Jahr zeigen. Abwarten will auch die Stadt, wie die Bäume im Stadtgebiet reagieren. Einige hätten schon eine herbstliche Färbung, so Sprecher Christoph Hüsken. Mehrere Jungbäume hätten allerdings den Sommer 2018 nicht überlebt.

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