Cranger Weihnachtszauber

Ponyreiten beim Weihnachtszauber: Stadt „nicht glücklich“

Die Pony-Reitbahn von Stephan Kaiser beim Aufbau des Weihnachtszaubers.

Die Pony-Reitbahn von Stephan Kaiser beim Aufbau des Weihnachtszaubers.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Herne.  Gegen das Ponyreiten auf dem Cranger Weihnachtszauber, der am Donnerstag startet, gibt es Widerstand. So wurde eine Onlinepetition gestartet.

Die Berichterstattung der Herner WAZ über eine Pferdebahn mit lebendigen Tieren beim Cranger Weihnachtszauber hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Eine Kritikerin des Ponyreitens hat am Dienstag gehandelt.

Sandra Budde hat auf der Online-Plattform „change.org“ eine Petition mit dem Titel „Kein Ponykarussell auf dem Cranger Weihnachtszauber“ gestartet. In weniger als 24 Stunden hatte die Petition mehr als 3000 Unterstützer. Fast im Sekundentakt kommen neue Unterstützer hinzu. Auch auf der Facebook-Seite der Herner WAZ gab es ausschließlich Kritik am Ponyreiten. Bis zum Mittwochvormittag hatten sich mehr als 5300 Personen der Petition angeschlossen.

Petitions-Initiatorin wird in diesem Jahr den Weihnachtszauber nicht besuchen

Die Petition sei eine „spontane Eingebung“ gewesen, erzählt Initiatorin Sandra Budde im Gespräch mit der WAZ. Sie habe in der Vergangenheit schon andere Petitionen in Sachen Tierschutz unterstützt, deshalb habe sie jetzt selbst eine gestartet. Eigentlich hält sie den Weihnachtszauber - „als alte Wanne-Eickelerin“ -für eine schöne Veranstaltung, doch das Ponyreiten lehne sie rundherum ab.

Das bringe der Stadt alles andere einen Imagegewinn. In diesem Jahr werde sie den Weihnachtszauber auf keinen Fall besuchen, es sei denn, um zu protestieren. Sie hofft, dass sich ihr viele andere Menschen anschließen. Sie sei sich im Klaren, dass sich das Angebot in diesem Jahr nicht mehr verhindern lasse, aber vielleicht gebe es ja 2020 kein Ponyreiten mehr.

Dominik Hertrich, Sprecher des Cranger Weihnachtszaubers, hat die vielen Reaktionen selbstverständlich wahrgenommen. Auf Anfrage der WAZ-Redaktion sagt er, dass man offen für Gespräche sei und jeden einlade, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Es sei keine Änderung am Programm geplant.

Stadt betont, dass sie keine Handhabe hat

Die Stadt betonte auf Nachfrage, dass sie gar keinen Handlungsspielraum habe. Da diese Ponybahnen grundsätzlich zulässig seien, könne die Stadt sie nicht verbieten, die Entscheidung liege beim Veranstalter. Die Stadt habe dem Veranstalter bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass man nicht glücklich über die Tatsache sei, dass Ponyreiten auf dem Weihnachtszauber angeboten wird. Dass es seit Jahren kein derartiges Angebot bei der Cranger Kirmes gebe, sei eine bewusste Entscheidung der Verantwortlichen.

Der hat bei der zweiten Auflage des Weihnachtszaubers die „Kaiserbahn“ mit ins Programm aufgenommen, bei der Kinder auf Ponys im Kreis reiten können. Der Betreiber hat 15 Pferde und zwei Esel mit nach Crange gebracht. Je nach Nachfrage sollen etwa sechs bis sieben Tiere gleichzeitig ihre Runden drehen. Alle paar Stunden werde gewechselt, betont Inhaber Stefan Kaiser.

Das für Herne zuständige Veterinäramt Recklinghausen hatte grünes Licht gegeben, weil es tierschutzrechtlich keine Bedenken gebe, die Tierschutzorganisation Peta kritisiert das Ponyreiten wegen der „enormen psychischen und physischen Belastung“ für die Tiere. Viele andere Städte hätten sich gegen solche Pferdebahnen ausgesprochen.

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