Schüsse

Schüsse bei Hochzeitskorsos in Herne, Bochum und Höxter

Bei Hochzeitkorsos in Herne und Bochum wurde mit Schreckschusspistolen geschossen.

Bei Hochzeitkorsos in Herne und Bochum wurde mit Schreckschusspistolen geschossen.

Foto: Oliver Killig / dpa

Herne/Bochum/Höxter/Münster.  Bei Hochzeitskorsos in Herne, Bochum und Höxte sind Schüsse mit Schreckschusspistolen abgegeben worden. Die Polizei hat Anzeigen geschrieben.

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Schüsse bei Hochzeitsfeiern haben die Polizei in Herne und Bochum am Samstag erneut beschäftigt. Die Polizei schildert die Vorfälle so:

In Herne meldeten Anwohner gegen 16.40 Uhr Schüsse im Ortsteil Wanne. Im Rahmen der Fahndung konnten die Beamten im Bereich der Dorstener Straße vier augenscheinliche Hochzeitsfahrzeuge aufhalten und kontrollieren. Bei der Durchsuchung wurde im Wagen eines 21-jährigen Gelsenkircheners verschossene Munition gefunden. Diese wurde sichergestellt, eine Schreckschuss-Waffe wurde nicht gefunden.

Gegen 16 Uhr kontrollierten Einsatzkräfte der Polizei auf dem Zeppelindamm in Höhe des Wattenscheider Hellwegs in Bochum drei Fahrzeuge, die augenscheinlich zu einer Hochzeitsgesellschaft gehörten. Die Beamten fanden bei der Durchsuchung eines Pkws bei einem 22-jährigen Bochumer eine Schreckschusswaffe sowie zwei leere Patronen. Alles wurde sichergestellt.

Anzeige wegen einer Straftat gegen das Waffengesetz

In beiden Fällen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und Anzeige wegen einer Straftat gegen das Waffengesetz geschrieben.

Die Polizei appelliert eindringlich an feiernde Hochzeitsgäste: „Natürlich bietet eine Hochzeit allen Anlass zu feiern, dass soll und muss auch so sein. Aber das Verschießen von Munition, ob Schreckschuss oder Gas, mit Schusswaffen gehört definitiv nicht dazu. Auch wenn es „nur“ Schreckschusswaffen sind, ist dies rechtlich verboten. Die täuschend echt wirkenden Waffen und deren Schussgeräusche machen den Menschen zudem Angst.“

Auch Schüsse bei Hochzeitsfeier im Kreis Höxter

Bei dem Vorfall in Steinheim im Kreis Höxter sprach die Polizei von „massiven Schussabgaben“. Den Beamten liege eine Aufnahme vor, die die Szenerie am Samstagnachmittag zeige, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Auf dem Video, dass die „Bild“-Zeitung online veröffentlicht hat, feuern mehrere Männer auf einer Straße in die Luft.

Bei der türkischen Feier habe es sich offenbar um die Abholung des Bräutigams gehandelt, erklärte die Polizei. Vor Ort seien zwei Personen ermittelt worden, die zuvor dort Schüsse abgegeben haben sollen. In einem Auto fanden die Ermittler vier Schreckschusspistolen und Munition. Gegen die Personen seien Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten erstattet worden.

Polizei muss auch Hochzeitskorso auf A1 bei Münster stoppen

Auch auf der Autobahn 1 bei Münster hat die Polizei bei einem Hohzeitskorso eingreifen müssen und den Führerschein eines Fahrers sichergestellt. Ein Zeuge habe sich bei den Beamten gemeldet. Er sei auf der A1 unterwegs gewesen, als plötzlich mehrere Wagen überholt hätten, dann teilweise abrupt langsamer gefahren seien und den Verkehr ausbremst hätten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Den Angaben zufolge wechselten die Autos auf allen Fahrstreifen hin und her und überholten dabei auch einige Wagen rechts.

Ein während des Vorfalls abgelesenes Kennzeichen habe die Ermittler auf die Spur eines 39-Jährigen aus Greven im Kreis Steinfurt geführt. Als die Beamten später bei ihm vor der Haustür standen, habe er zugegeben, an dem Hochzeitskorso beteiligt gewesen zu sein. Die Polizisten nahmen dem Mann den Führerschein ab. Ihn erwartet eine Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fahren. Die Ermittlungen, auch gegen weitere Beteiligte, dauern der Polizei zufolge an.

Blockade auf A3: Polizei ermittelt wegen möglichen Verstößen

Außerdem ist die Polizei nach der aufsehenerregenden „Hochzeits-Blockade“ auf der Autobahn 3 bei Ratingen auf weitere mutmaßliche Straftaten gestoßen. Es gebe nun unter anderem Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Waffengesetz, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die A3-Blockade Ende März hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Düsseldorfer Polizei gründete eigens eine Ermittlungskommission („EK Donut“). In den Monaten danach häuften sich Berichte über eskalierende Hochzeitskorsos - so auch am Samstag auf der A1.(mit dpa)

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