Gericht

Prozess: Frau rammte Lebenspartner Messer in den Bauch

Ort der Verhandlung: das Justizzentrum in Bochum.

Ort der Verhandlung: das Justizzentrum in Bochum.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Herne/Bochum.  Eine Masseurin aus Herne muss sich vor dem Landgericht verantworten. Sie hatte am Ostermontag ihren Partner nach einem Streit fast umgebracht.

Knapp vier Monate nach einer beinahe tödlichen Bluttat in einer Wohnung in Baukau muss sich eine 38-jährige Masseurin seit Dienstag vor dem Bochumer Landgericht verantworten.

Die Angeklagte hatte ihrem Lebenspartner nach einem Streit ein Küchenmesser in den Bauch gerammt – das Opfer überlebte nur dank einer Not-Operation. Es war am Ostermontag (22. April), als sich in einer Wohnung in einer kleinen Straße unweit vom Strünkeder Park dramatische Szenen abgespielt haben.

Opfer verlor 2,6 Liter Blut durch den Stich

„Ich habe mir ein Messer gegriffen und einmal zugestochen“, gab die angeklagte Masseurin zum Prozessauftakt zu. Um dann aber sofort nachzulegen: „Eigentlich wollte ich das gar nicht.“ Opfer des Messerangriffs war ihr damaliger Lebenspartner, der kurz zuvor aus einem Oster-Kurzurlaub zurückgekehrt war. Laut Anklage hat die 38-Jährige die 20 Zentimeter lange Klinge des Küchenmesser damals so tief in den Bauch ihres Partners gestoßen, dass dabei Bauchmuskeln, das Bauchfell, eine Arterie und sogar Teile des Dickdarms durchstochen worden waren. Bei einer Not-Operation im Marienhospital war später festgestellt worden, dass der 53-jährige Mann infolge der Bauchwunde insgesamt 2,6 Liter Blut verloren hat - Lebensgefahr.

Allein die „unverzüglich durchgeführte Notoperation“, so die Anklageschrift, habe dem Mann letztlich das Leben gerettet. Vorausgegangen war der Messerattacke ein Beziehungsstreit. Der 53-jährige Mann war früh morgens von einem Kurzurlaub in Ungarn zurückgekehrt, die Angeklagte war offenbar rasend eifersüchtig. „Es war zuletzt immer schlimmer mit ihr. Sie war ständig eifersüchtig auf mich, in letzter Zeit haben wir schon sehr oft deswegen gestritten“, erinnerte sich der Ex-Partner als Zeuge.

Angreiferin wählte selbst den Notruf

„Du bist nicht meine Frau, das geht dich nichts an“: So oder so ähnlich soll der 53-Jährige damals auf die Anspielungen der Angeklagten geantwortet haben. Kurz danach folgte die Messerattacke. Die Masseurin selbst hatte nur eine Minute nach dem Messerangriff sofort den Notruf gewählt. Fünf Minuten später sogar noch ein zweites Mal. Noch am selben Tag war die 38-Jährige von der Polizei festgenommen worden. Seitdem sitzt sie in U-Haft. Die Anklage im Prozess vor der 12. Strafkammer lautet auf gefährliche Körperverletzung. Die Richter haben noch drei weitere Verhandlungstage bis zum 12. September 2019 anberaumt.

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