Luftbelastung

Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte

Das Recycling-Unternehmen Kost steht nicht nur wegen der Geruchsbelästigung in der Kritik: Im Umfeld der Firma wurden auch überhöhte Schadstoffwerte gemessen. Foto: Ute Gabriel

Das Recycling-Unternehmen Kost steht nicht nur wegen der Geruchsbelästigung in der Kritik: Im Umfeld der Firma wurden auch überhöhte Schadstoffwerte gemessen. Foto: Ute Gabriel

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Bochum/Herne.Ein Gutachten zeigt: Im Umfeld der Recycling-Firma Kost in Herne wurden Grenzwerte für Arsen, Blei und Cadmium überschritten. Die Bezirksregierung Arnsberg sieht keinen Handlungsbedarf.

Die Anwohner des Recyclingunternehmens Kost leiden nicht nur unter Geruchsbelästigungen: Ein Gutachten der Bezirksregierung zeigt auf, dass im Umfeld der Firma auch Schadstoffe freigesetzt werden. Mehrfach wurde dabei die erlaubte Menge an Schwermetallen überschritten. Die Daten, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Behörde, seien aber „nicht dramatisch“. Und: Es bestehe „kein akuter Handlungsbedarf“.

Sowohl die Staub-Niederschläge als auch die freigesetzten Schwermetalle lagen im Jahresmittel unter den Richtwerten, so das Gutachten für 2009. Dennoch gibt es Ausreißer, die den Anwohnern in Riemke und dem Herner Süden kaum gefallen dürften. So überschritt die Blei-Belastung im Juli an einer Messstelle („Kost/Flender, West“) beispielsweise den Mittelwert um das Neunfache. Weitere Überschreitungen gibt es an dieser Messstelle etwa für Arsen, an einer anderen Station („Grenze Kost/Flender, Ost“) für Nickel, an einer weiteren Stelle („Veimannstraße“) unter anderem für Blei und Cadmium.

Ursachen seien nicht nachvollziehbar, heißt es im Bericht der Bezirksregierung

Die Ursachen für diese hohen Werte, heißt es in dem Jahresbericht der Bezirksregierung, seien „nicht nachvollziehbar“. Und weiter: „Insgesamt bestehen Zweifel, ob die Einträge durch eine Übertragung auf dem ,Luftweg’ erfolgte.“ Für die Belastung am Messpunkt „Kost/Flender West“ seien etwa „Quellen im unmittelbaren Nahbereich“ verantwortlich. Konkret: Es sei zu berücksichtigen, dass die Station auf dem Gelände von Flender stehe – einer Firma, die nach eigenen Feststellungen „auch Metalle mit hohem Chrom/Nickel-Anteilen“ verarbeite.

Schutzmaßnahmen für die Anwohner, heißt es in Arnsberg, seien weder nötig noch vorgesehen. Man werde die Staub-Belastung weiter prüfen, so Sprecher Söbbeler. Außerdem sei eine Messstation versetzt worden, um stichhaltigere Ergebnisse zu erhalten. Nicht zuletzt setzt Arnsberg aber vor allem darauf, dass auch die Staub-Emissionen durch die Ordnungsverfügung des Regierungspräsidenten zur Reduzierung der Gerüche nach unten gedrückt werden. Wie berichtet, muss der Entsorger Kost, der Abfälle lagert, umlädt und mit Maschinen behandelt, nun etwa Container besser abdecken oder darf Grünschnitt nur noch in der Halle schreddern.

Und doch: Ob der Messergebnisse, heißt es in dem Bericht, sei „der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch die Deposition luftverunreinigender Stoffe, einschließlich der Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen nicht sichergestellt“.

Auch deshalb sind die Anwohner sauer. Einer von ihnen ist Richard Blome, und der findet es „skandalös“, „dass die Grenzüberschreitungen seit 2006 der Bezirksregierung bekannt sind, aber nicht gehandelt wird“. Schließlich, so Blome, schützten Gesetze vor derartigen schädlichen Umwelteinwirkungen – „aber diese müssen auch umgesetzt werden“, fordert er. Verantwortlich dafür sei Arnsberg. „Doch die“, so der Anwohner, „messen weiter und weiter und weiter.“

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